Verkehr

Aufbruch! erfreut über geglättete Radweg-Beläge

11.11.2021/ Zwei längere, vielbefahrene Radweg-Strecken sind von Grund auf überholt worden und geben damit allen Benutzern Anlass zur Freude. „So glatt waren die Beläge der Radwege entlang von Hauptstraße/Hennefer Straße und entlang der Pleistalstraße zwischen Kreisverkehr Hauptstraße und Schmerbroich die letzten zwanzig Jahre nicht", urteilt Wolfgang Köhler. „Bisher konnte man sich trefflich Reifen platt fahren und Felgen eindellen und manchmal auch einem Sturz nur knapp entkommen, besonders bei Dunkelheit. Aber es ist noch viel im Bereich Radwege zu tun."

 

Immer wieder bemängeln Radfahrer die Hinderlichkeit von versetzt angeordneten Sperr-Gittern. Diese stehen oft viel zu dicht hintereinander, so dass man nicht flüssig weiterfahren kann. Zwar sollen sie in bestimmten Situationen zur Verlangsamung der Fahrt führen, um andere Verkehrsteilnehmer (Fußgänger) nicht zu gefährden, aber sie sollen andererseits nicht dazu führen, dass man fast gezwungen ist die Fahrt zu unterbrechen. Solche Stellen sind dann auch regelmäßig die großen Problemstellen für Lastenräder, Fahrräder mit Anhänger und auch oft für Menschen, die einen Rollstuhl benutzen müssen. Auch die Übergänge von Straße zu Radweg im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich weisen oft solche großen Höhenunterschiede zwischen Straße und Kantstein auf, dass sie eine Gefahr für die Felgen darstellen - dass aus dem kreisrunden Rad eine Acht wird.

 

Um Radfahren wirklich leicht und angenehm zu machen, gibt es an vielen Stellen im Stadtgebiet noch viel zu tun, um mit reichlich finanziellen Investitionsmitteln die Fehler der Vergangenheit und den natürlichen Verschleiß auszubügeln. Einiges ist schon in Bewegung geraten, weil sich inzwischen eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung speziell um diese Dinge kümmern. „Es reicht ja nicht, dass die Fehler und Schäden der Stadtverwaltung bekannt sind oder bekannt gemacht werden, sondern ihre Behebung muss auch in die Hand genommen werden. Das geschieht jetzt Zug um Zug durch die beiden Mitarbeiter. Und darüber sind wir sehr froh", sagt Wolfgang Köhler, "auch wenn darüber einige Zeit ins Land gehen wird."

Ampel-Schaltung L 121 

11.10.2021/ Eine Verbesserung für Autofahrerinnen und Autofahrer will die Fraktion Aufbruch! mit einem Antrag im nächsten Mobilitätsausschuss im November erreichen.

Bislang werden von Niederpleis her kommende Fahrzeuge mit einer eigenen Grünphase der Ampelanlage auf die A 560 geführt. Von Buisdorf kommende Fahrzeuge haben zwar eine gesonderte Linksabbieger-Spur zur Verfügung, aber keine das Linksabbiegen (ins Mittelfeld) erleichternde Grünphase. Stattdessen sind sie auf die Grünphase des Geradeaus-Verkehrs angewiesen, was oft mit langen Wartezeiten verbunden ist. Zudem ist das Linksabbiegen für diese Fahrzeuge durchaus als gefahrvoll zu werten, weil die L 121 an diese Stelle einen leichten Bogen beschreibt und der Verkehr auf der  aus Niederpleis kommenden Geradeausspur durch die an der Ampel auf der Abbiegespur zur A 560 auf ihre Grünphase wartenden Fahrzeuge verdeckt wird. Eine gesonderte Grünphase könnte mit der Grünphase für den Abbieger auf die A 560 parallel geschaltet werden.

 

Wir möchten nun erreichen, dass die Ampelanlage  dergestalt nachgerüstet und entsprechend umprogrammiert wird, dass für aus Hennef / Buisdorf kommende Fahrzeuge die Linksabbieger-Spur in die Straße Im Mittelfeld eine eigenen Grünphase eingerichtet wird.

 

Die Verwaltung soll mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, der für die Ampelanlage verantwortlich ist,  entsprechend verhandeln.

E-Roller- oder Stolper-Paradies?

15.9.2021/ Jetzt soll Sankt Augustin auch endlich mit E-Rollern “beglückt“ werden. Höchste Zeit, dass wir mit großen Städten gleichziehen und auch überall solche Spaß-Fahrzeuge herumstehen und herumliegen haben werden. Denn, wenn man sich umschaut und sich ehrlich macht, werden diese Roller zu einem erheblichen Teil zweckfremd genutzt. Sollen sie eigentlich die letzte kleine Lücke, die “letzte Meile“, im öffentlichen Mobilitätsnetz schließen, so werden sie tatsächlich - oft vorschriftswidrig mit zwei Personen besetzt - als Spaßfahrzeuge eingesetzt. Und wenn am Anfang der Nutzung schon die Zweckentfremdung steht, kann es da wundern, wenn viele Fahrten auch nicht ordnungsgemäß beendet werden? Aus Köln und anderen großen Städten kennt man die Bilder von E-Rollern, die in Fluss, Bach oder Teich versenkt werden - einfach so zum Spaß. Es fragt sich, wie viele Akkus, untere Verwendung der viel beschworenen seltenen Erden gebaut, mit ihren kostbaren Rohstoffen dauerhaft unter Wasser verbleiben. Es fragt sich, wie viele Male die achtlos hingeworfenen Roller nicht einfach nur Hindernisse darstellen, sondern auch zu Stürzen und Verletzungen führen. Es fragt sich schlussendlich: Hat die Welt diese Dinger wirklich gebraucht? Meine Antwort: NEIN. - Für Berufspendler mag die Antwort JA lauten, wenn man den Aspekt einmal beiseite lässt, dass einen Kilometer zu Fuß zu gehen einen auch nicht umbringt, sondern fitter macht. Jedenfalls wird das Problem der herumliegenden oder versenkten Roller sich nur lösen lassen, wenn alle Roller-Verleiher sich den Verlust ihres E-Rollers über die Mobilfunk-Rechnung der Nutzer bezahlen lassen können. Leider scheinen die Verluste im Vergleich zu den Gewinnen noch nicht hoch genug, um zu einer solchen Lösung zu kommen.

Aufbruch! begrüßt Landesmittel für Radwege

17.5.2021/ "Eine halbe Million Euro vom Land NRW für die Sanierung von Radwegen sind viel besser als nichts", sagt Aufbruch!-Fraktions-Chef Wolfgang Köhler, "aber viel zu wenig, um das Radfahren in Sankt Augustin wirklich sicher, bequem und attraktiv zu machen." Zunächst habe sich in den letzten Jahren der Trend zum Radfahren verstärkt; dann haben die E-Fahrräder der Mobilität auf zwei Rädern so richtig zu Popularität verholfen; und schließlich habe ausgerechnet die mit dem Ruch der Quarantäne behaftete Corona-Pandemie dem Radeln zusätzlichen Schub beschert. "Das muss als Rückenwind für die konsequente Förderung dieser umweltschonenden Form der Mobilität genutzt werden. Und dazu genügt es beileibe nicht, zwei Stücke Fahrradweg, die zugegebenermaßen in erbärmlichem Zustand sind, wieder in einen guten Zustand zu bringen." Nach Ansicht des Aufbruch! wird Radfahrer.innen durch verschiedene Dinge das Gefühl vermittelt, dass sie im Vergleich mit motorisierten Fahrzeugen nur Verkehrsteilnehmer.innen zweiter Klasse sind: Benachteiligung bei Ampelschaltungen; schlecht zu fahrende verschlungene Streckenführungen; Felgen-zerstörende Kantsteine; Sperrgitter; zu schmale Fahrbahnen, die meist auch noch mit dem Fußverkehr und Gegenverkehr zu teilen sind; fehlende Schneeräumung im Winter; und dergleichen mehr. "Wir müssen bei der Umsetzung des Radverkehrs-Konzeptes auf die Tube drücken, damit wir den zur Zeit guten Trend zur Fahrrad-Nutzung nicht verspielen. Und vielleicht müssen wir auch mal mit unkonventionellen Mitteln ein Ausrufungszeichen setzen - wie zum Beispiel mit einem 'Pop-Up-Radweg', der nur versuchsweise für eine Woche Bestand hat."

Querungshilfe für Pleistalstraße gefordert

Antrag an Mobilitätsausschuss

18.2.2021/ Fast unmöglich, zumindest aber hoch gefährlich ist es für jeden Menschen, die Pleistalstraße aus der Straße Am Rehsprung kommend zur Burg Niederpleis hin überqueren zu wollen. Deshalb fordern die Fraktionen von Aufbruch! und CDU jetzt in einem Antrag an den Mobilitätsausschuss, an dieser Stelle etwas für die Sicherheit von Fußgängern, Joggern, Familien mit Kinderwagen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu tun. Eine Verkehrsinsel soll an der Stelle errichtet werden, wo die sogenannten "schwachen" Verkehrsteilnehmer aus einem großen Wohngebiet über die Straße Am Rehsprung zur Burg Niederpleis streben. Damit soll ihnen ein einigermaßen sicheres Queren der Pleistalstraße ermöglicht werden. An dieser Stelle ist nicht nur starker Verkehr auf der Pleistalstraße zu verzeichnen (laut Lärmaktionsplan 2020 im Durchschnitt jeden Tag des Jahres rund 11.000 Fahrzeuge), sondern dort herrschen auch noch hohe Geschwindigkeiten vor. Denn das Abbremsen auf den Kreisel hin beginnt erst 100 m später, und in umgekehrter Fahrtrichtung hat die Beschleunigung schon zu Geschwindigkeiten über 50 km/h geführt. Deshalb sieht der gemeinsame Antrag von Aufbruch! und CDU auch zwei Maßnahmen als Forderungen an den Landesbetrieb Straßen vor: 1) Bau einer Verkehrsinsel, 2.) Anordnung von durchgehend Tempo 50 km/h vom Kreisel Hauptstraße / Pleistalstraße bis zum südlichen Ortsausgang von Schmerbroich.

 

Zweimal schon (2012 und 2017) ist der Landesbetrieb Straßen NRW von der Stadt Sankt Augustin aufgefordert worden, an dieser Stelle eine Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel zu errichten und für eine andere Geschwindigkeitsausschilderung zu sorgen. Und zweimal verweigerte sich der Landesbetrieb. Die Argumente des Landesbetriebes "kein Unfallschwerpunkt" und "Funktion der überörtlichen Straße würde beeinträchtigt" können nicht ernst genommen werden, scheinen sie doch eher der Verschleierung des wahren Argumentes (kein Geld dafür) zu dienen. Aber damit wollen wir uns nicht abspeisen lassen. Denn der Durchschnittswert der Verkehrsbelastung täuscht ja über die wahre Belastung hinweg. Klammert man nämlich die Schwachlastzeiten (Nacht, Wochenende, Feiertage, Ferienzeiten) aus, darf man in den verbleibenden Starklastzeiten getrost mit einem Aufkommen von an die 15.000 täglich rechnen. Also: Es muss endlich etwas geschehen!

"Kampf-Radler" - und es gibt sie doch

27.7.2020/ Normalerweise zählen Radfahrer zu den sogenannten schwachen Verkehrsteilnehmern. Aber in der Spezies der Radler gibt es eine besondere Unterart, den Kampf-Radler. Alles, was nur halbwegs nach Radweg aussieht, gehört ihm allein - Fußgänger, Walker, Kinder im oder außerhalb des Kinderwagens und Hunde haben für ihn eigentlich auf solchen Wegen nichts verloren, dürfen allenfalls Spalier stehen, wenn er vorbeirauscht - gern sich von hinten unbemerkt, aber in hohem Tempo nähernd. Überflüssig zu sagen, dass sich an seinem Fahrrad keine Klingel befindet - braucht ja auch nicht, weil es die menschlichen oder tierischen Hindernisse auf "seinen" Wegen ja sowieso nicht geben darf. Und, ebenfalls überflüssig zu sagen, § 1 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung ("Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.") ist nur für alle anderen ins Gesetz geschrieben worden. Ach ja, der Kampf-Radler ist männlich, immer nur männlich. Höflichkeit, gesittete Sprache, Danke und Bitte sind nicht in seinem Repertoire. Die gängigen Floskeln sind "Platz da!", "Was fällt dir ein!?", "Geh' aus dem Weg!", "Nimm gefälligst den Köter an die Leine!", und diese Worte werden gern noch mit dem ausgestreckten Mittelfinger garniert. Muss das eigentlich sein? Nein, muss nicht. Niemand kann es auf einem Radweg oder ähnlichem Weg so eilig haben, dass er recht unverhohlen damit drohen zu dürfen glaubt, den Hund nächstens zu überrollen, "und mal sehen, wie das dem Hund bekommt - mein Rahmen ist karbon-verstärkt!" (Mir so passiert.) Ab und an sollte sich doch jeder Verkehrsteilnehmer an die Aussage des § 2 der Straßenverkehrsordnung erinnern "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."

Was soll ein Mobilstationen-Netz leisten?

Mobil-Station an der Haltestelle Mitte

4.6.2020/ Mobilität und Verkehr waren und sind Schlüsselbegriffe unserer Zeit. In der kritischsten Phase der CoV-2 Pandemie war das gut zu beobachten: Der Verkehr auf Straße und Schiene nahm ab, der Datenverkehr nahm zu. Der Lärm nahm ab, die Luft wurde sauberer. Jetzt ist auf Straße und Schiene wieder fast "Normal"-Zustand erreicht, also laut, belastete Luft und Stau. Diese Entwicklungen sind Anlass genug die Mobilität auf Straße und Schiene einerseits und die digitalen Möglichkeiten (Datenverkehr, siehe Home-Office) zu überdenken. Lassen wir das Digitale einmal beiseite und konzentrieren uns auf die Mobilität. Der Rhein-Sieg-Kreis ("RSK") hat damit begonnen, ein Mobilstationen-Feinkonzept mit den Kommunen abzustimmen. Mobilstationen sind definiert als "Verknüpfungspunkte mehrerer Verkehrsträger mit entsprechenden Ausstattungsmerkmalen sowie Aufenthaltsqualitäten"; mit anderen Worten sind das Umsteigepunkte von einem Verkehrsmittel auf ein anderes, die so angelegt bzw. ausgestattet sind, dass der Umstieg problemlos, ohne Zeitverlust und ohne dass man im Regen steht, von statten gehen kann, und ohne dass das für die Anreise bis dahin benutzte Fahrrad bei der Rückkehr verschwunden oder skelettiert ist. In der Regel geht es dabei um den Umstieg von einem Verkehrsmittel des IV (Individualverkehrs) - also Füße, Skateboard, Roller, Rad, Krad, Auto und Rollstuhl - auf ein Verkehrsmittel des ÖPV (öffentlicher Personenverkehr). Wenn ein Netz von Mobilstationen an vielen Orten aufgebaut ist, und wenn wir Leihsysteme (Car-Sharing, Leihräder, Leihroller) mitdenken, wird dadurch ein hoher Grad an individueller Mobilität erreicht werden, ohne dass von A nach B immer nur das Auto und das immer nur besetzt mit jeweils einer Person benutzt werden muss.

Für den RSK sind zwischen Kreis und Kommunen 72 Mobilstationen abgesprochen. Einige Mobilstationen existieren schon (Beispiel: Sankt Augustin-Zentrum), für einige ist die Planung schon in einem fortgeschrittenen Stadium, und für andere gibt es schon eine Standort-Festlegung (z.B. Bahnhof Menden). Das alles wird viel Geld kosten und wird für die Kommunen nicht ohne Fördermittel zu stemmen sein. Leider hat SARS CoV-2 der gesamten Republik finanziell gesehen kräftig die Petersilie verhagelt. Dennoch: Packen wir's an! Denn die Realisierung dieses Konzeptes wird uns zusammen mit der Verstärkung der Home-Office-Arbeit ein Plus an Lebensqualität durch weniger Verkehrslärm und weniger Luftbelastung bescheren.

 

Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge notwendig

20.5.2019/ Wer saubere Luft in Ballungsgebieten haben will, muss die Zahl der Individual-Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verringern. Stattdessen müssen mehr E-Fahrzeuge zum Einsatz kommen, der öffentliche Nahverkehr muss attraktiver und das Radfahren komfortabler und sicherer gemacht werden. Speziell bei den E-Kraftfahrzeugen klemmt es aber, und zwar beim Anschaffungspreis und bei der zu geringen Dichte von Ladestationen. Allgemein bekannt ist, dass alle, die mit einem E-Auto liebäugeln, sich Sorgen über dessen Reichweite und die Entfernung zur nächsten Strom-Tankstelle machen. Deshalb hat der Aufbruch! im letzten Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss zu Protokoll erklärt: Sankt Augustin müsse in seinem Mobilitätskonzept der Planung einer Lade-Infrastruktur breiten Raum geben. Es genüge nicht, dass alle E-Autos an der Ladestation bei der privaten Wohnung versorgt werden können. Zusätzlich müsse im öffentlichen Raum ein Netz von Ladestationen aufgebaut werden, die an strategisch wichtigen Punkten stehen müssen. Dass dabei die von Nahversorgern für deren Kunden aufgebauten und noch geplanten Stationen mit berücksichtigt werden müssen, versteht sich von selbst. Nur so kann eine sinnvolle Verteilung von E-Ladesäulen im Stadtgebiet zustande gebracht werden.

 

VRS-Fahrpreise “nach Luftlinie“

Vom Aufbruch! schon 2011 gefordert

Schon Anfang des Jahres 2011 hat der Aufbruch! in einem Pressegespräch zu den “Fallstricken und Mogelpackungen“ des VRS-Tarifsystems auf die einzig richtige Lösung hingewiesen: der Fahrpreis muss nach Entfernung berechnet werden. Jetzt soll dieses Verfahren probeweise eingeführt werden. Es hat somit acht Jahre gebraucht, bis dieser Gedanke im Verkehrsverbund Rhein-Sieg einer Realisierung nahe kommt. “Da kann man nur ausrufen 'Bravo! Endlich!'“, stellt Edmund Heikaus nüchtern fest. Heikaus ist als sachkundiger Bürger für den Aufbruch! im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss tätig. Er ärgert sich seit Jahren, dass er von seinem Wohnort Mülldorf bis zum nächsten Halt (Siegburg) nicht den Kurzstreckentarif nutzen kann, nur weil die Fahrt über die Stadtgrenze geht. “Wenn das jetzt in die Versuchsphase des 'eTarifs' geht, bin ich gern als Versuchskaninchen dabei und lasse mein Auto dann häufiger im Stall.“

Im Pressegespräch von 2011 hatte der Aufbruch! die “Tarif-Fallstricke und Absurditäten“ des Tarifsystems an einem Beispiel von vielen dargestellt (Linien, Haltestellen, Zeiten und Ticket-Kosten nach Stand 2011):

Die neue Linie 516 verbindet Birlinghoven direkt mit dem attraktiven Einkaufsstandort Hangelar. Was kostet diese Fahrt? Gemäß Aushang an der Haltestelle gilt für eine Fahrt von Sankt Augustin nach Sankt Augustin (wenn es nicht Kurzstrecke ist) die Preisstufe 1a = 2,10 € - ohne Wenn und Aber. Sucht man sich im Internet die Fahrzeiten heraus, erfährt man, dass die direkte Verbindung Birlinghoven – Hangelar (6,3 km) 3,50 € (=67 % mehr) kostet, weil dafür nämlich Preisstufe 2b angesetzt ist. Was tun, wenn Tarif-Auskünfte widersprüchlich sind? Man schaut in die offiziellen Tarifbestimmungen des VRS. Hier findet man auf Seite 39, dass eine Fahrt von Sankt Augustin nach Sankt Augustin Preisstufe 1a ist – ohne Wenn und Aber. Soweit so gut, stünde nicht auf S. 67 der VRS-Broschüre: 'Werden bei Fahrten zwischen dem Starttarifgebiet und dem Zieltarifgebiet Tarifgebiete befahren, die mit einer höheren Preisstufe erreichbar sind, ist der Preis der höheren Preisstufe maßgeblich'. Linie 516 fährt ja ca. 1 km (2 Haltestellen) durch Feindesland, sprich durch die Stadt Bonn, Stadtteil Hoholz. Also doch 2b? (Da Bonn als Großstadt gilt, reicht nicht Preisstufe 2a, sondern für Großstädte gilt Stufe 2b!) Man kann allerdings auch den Umweg über das Zentrum (Linien 66 und 535) nehmen – Streckenlänge 7,6 km statt 6,3 km auf der kürzesten Strecke. Diese um 1,3 km längere, in der Richtung Hangelar – Birlinghoven 9 min länger dauernde, mit Umsteigen verbundene und nur stündlich angebotene Verbindung ist tatsächlich preiswerter (Tarif 1a).Die kürzere Verbindung wird zudem häufiger angeboten, nämlich im Wesentlichen zweimal pro Stunde.“

 

Stellplätze für Caravans und Wohnanhänger fehlen in Sankt Augustin

25.2.2019/ Der Aufbruch! möchte dafür durch die Stadt ein Angebot schaffen lassen, sofern sich dazu geeignetes Gelände finden lässt. Mit einem entsprechenden Beschlussvorschlag will die Fraktion Aufbruch! den Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit befassen. Dafür gibt es in Sankt Augustin einen gewissen Bedarf, ist der Aufbruch! überzeugt. Aus Erkundigungen in der Wohnmobil-/Caravan-Branche weiß man, dass im Freizeit- und Tourismusbereich die Wohnmobile und Wohnanhänger zu einem stark wachsenden Segment gehören. Nicht nur für Reisen aus touristischen Gründen, sondern auch für beruflich bedingte Reisen werden zunehmend Caravans und Wohnanhänger benutzt. Außer in ausgesprochenen Touristik-Orten fehlt aber an vielen Zielen- so auch in Sankt Augustin - für einen mehrere Tage dauernden Aufenthalt die notwendige Infrastruktur (Anlagen für das Zapfen von Trinkwasser, das Entsorgen von Abwasser aus den eingebauten Abwasser-Behältern, Behälter für Abfallentsorgung, Stromversorgung für den Betrieb des Bordnetzes, externe Toilettenanlage).

Es ist nicht abwegig, Sankt Augustin wegen der zentralen Lage und der guten Verkehrsinfrastruktur als Ausgangspunkt für touristische Unternehmungen zu sehen. Man denke nur an Museen und andere Sehenswürdigkeiten in Bonn, im Siebengebirge, entlang der Sieg und des Rheins und sogar in Sankt Augustin selbst.

Ebenso könnte für manche Eltern, deren Kinder sich einer längeren Behandlung in der Kinderklinik unterziehen müssen, ein Caravan oder ein Wohnanhänger auf einem ordnungsgemäß ausgestatteten Stellplatz eine willkommene Alternative zu einer Hotel- oder sonstigen Unterkunft sein.

Rad-Schnellweg

Aufbruch! gegrüßt Initiative des ADFC

Mit seinem recht detaillierten Entwurf für die Streckenführung einer Rad-Schnellverbindung Bonn – Siegburg hat der ADFC dankenswerterweise wieder Bewegung in die Sache gebracht. Nachdem vor nicht allzu langer Zeit ein vom Rhein-Sieg-Kreis initiierter Versuch gescheitert war, im Rahmen eines Landeswettbewerbs die Machbarkeit einer schnellen Radwege-Verbindung von Bonn über Sankt Augustin nach Siegburg zu untersuchen, müssen sich jetzt die Hoffnungen auf zwei verschiedene Planungsansätze richten: 1) den im Juli 2018 vom Bonner Stadtrat gestarteten und vom Sankt Augustiner Rat  unterstützten Antrag an das Land NRW, einen über die Nordbrücke geführten Landes-Radschnellweg von Alfter / Bonn nach Niederkassel und über Sankt Augustin nach Troisdorf herzustellen; 2) den aktuell vom ADFC vorgelegten Entwurf einer Rad-Schnellverbindung von Beuel entlang der Stadtbahnlinie 66 über Sankt Augustin nach Siegburg. Für den Aufbruch! Haben beide Planungen ihre Berechtigung und ihren jeweils eigenen Reiz, aber auch jeweils spezifische Nachteile. Bezogen auf einen Startpunkt Bonn-Innenstadt ist die ADFC-Route kürzer (Fahrzeit) und verläuft fast ausschließlich durch besiedeltes Gebiet (Sicherheit). Nachteil ist, dass es die notwendige Rad-Brücke über die Sieg noch nicht gibt. Die von der Bonner Verwaltung geplante Route ist länger und führt über weite Strecken durch unbesiedeltes Gebiet. Das bedeutet: Schöneres Panorama, längere Fahrzeit, beeinträchtigte Sicherheit, besonders in der Dunkelheit. „Wir drücken aber beiden Strecken ganz fest die Daumen“, versichert Wolfgang Köhler seitens des Aufbruch!, „denn die Ökobilanz verbessert sich nicht so sehr durch andere Auspuffanlagen an Autos, sondern viel mehr durch viele Umstiege vom Auto aufs Fahrrad.

Aufregung wegen Fahrradstraße

Niederpleis

28.11.2018/ „Sollen wir jetzt in die Straße, in der wir seit ewigen Zeiten wohnen, plötzlich nicht mehr mit unserem Auto einfahren dürfen?" So etwa lautet der als Frage verpackte Vorwurf, mit dem der Aufbruch! wegen seines Antrages „Ausweisung einer Fahrradstraße in Niederpleis (Prüfauftrag)“ konfrontiert wird. "Die Aufregung ist verständlich aber unbegründet", sagt Aufbruch!-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Köhler dazu. Denn beschlossen ist nicht die Umwandlung von Paul-Gerhardt- und (alter) Pleistalstraße in eine Fahrradstraße, sondern nur die Prüfung, ob die Umwandlung "fachlich angemessen oder sogar geboten" ist. Außerdem ist die Stadtverwaltung beauftragt, die Anlieger der Straßen einzubeziehen. Sollte die Prüfung ergeben, dass die Ausschilderung als Fahrradstraße sinnvoll wäre, würden die Verkehrszeichen 244.1 am Anfang und 244.2 am Ende der Fahrradstraße aufgestellt und - ganz wichtig - mit dem Zusatzschild "Kfz frei" versehen. Damit ändert sich also gegenüber der heutigen Situation wenig.  Autos, Motorräder und Motorroller dürfen die Straße genauso befahren wie Radfahrer. Radfahrer dürfen aber nebeneinander fahren, was sie jetzt allerdings (unerlaubterweise) auch schon tun. Auf der Internetseite „www.bussgeldkatalog.org/fahrradstrasse/“ erfährt man: "So haben Radfahrer auf einer Fahrradstraße vor Pkw und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen, Vorfahrt. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“. [...] Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass eine Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit daher immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt darüber hinaus immer 30 km/h." 

Radfahrende haben's schwer - nehmen's (zu) leicht

25.7.2018/ Nicht allein die Hitze ist es, die zur Zeit den Radfahrern das Leben schwer macht, aber sie verstärkt die Erschwernisse, mit denen sie jeden Tag zu kämpfen haben. Für den motorisierten Verkehr ist alles recht gut geregelt, und überwiegend liegt diesen Regelungen ein überschaubares System zugrunde: Motorfahrzeuge fahren rechts, beim Rechtsabbiegen müssen sie nur den Verkehr von links im Auge haben (und die rechts an ihnen vorbeifahrenden Radler), an Kreuzungen gilt die Ampelanzeige und ansonsten rechts vor links, und im Kreisverkehr fährt man gegen den Uhrzeigersinn. Radfahrern wird ein ständiges Hin-und-Her zugemutet. Es gibt einen Radweg oder es gibt keinen; der Radweg ist einmal auf der einen Seite der Straße, einmal auf der anderen; er ist für Radfahrer und Fußgänger im Mischbetrieb ausgeschildert oder nur für Radler; er ist super-breit oder so schmal, dass man fast mit den Außenspiegeln der Autos kollidiert; beim Links-Abbiegen an beampelten Kreuzungen muss zweimal auf Grün gewartet werden; ... . Was erschwerend hinzu kommt ist der buckelige Zustand der Radwege-Fahrbahndecken und die zu hohen Übergänge von Straße zu Radweg - nicht zu vergessen der nachrangig zu den Straßen versehene Winterdienst.

Kein Wunder, dass bei Radfahrern ein Gefühl der systematischen Benachteiligung und der Verdrossenheit entsteht. Daraus erklärbar - keineswegs entschuldbar - das manchmal verkehrswidrige Verhalten der Radfahrer, mit dem sie für sich die empfundene Benachteiligung auszugleichen geneigt sind: Man fährt auf dem linksseitigen Radweg, obwohl rechts auch einer vorhanden ist; man fährt im Kreisverkehr falsch herum; man biegt auch ohne Grün-Pfeil an der roten Ampel rechts ab; man überholt Autos rechts; man fährt ohne Licht, weil Autofahrer ja Licht haben und einen sehen können, ... . Vergessen oder verdrängt wird dabei die Gefährdung für sich selbst und andere, die aus dem Fehlverhalten entsteht.

Mit all dem darf sich weder Radverkehr noch der Autoverkehr abfinden. Regeln einhalten, achtsam und respektvoll miteinander umgehen (siehe § 1 Straßenverkehrsordnung), Missstände nicht hinnehmen (siehe Beschwerdeportal auf der städtischen Homepage), sein Recht angemessen einfordern (keine Gewalt!). Aber Geduld ist angesagt, denn nicht alles kann von heute auf morgen zum Besseren gewendet werden.

Lärm-Aktionsplan Stufe 2

Wer macht Aktion und warum überhaupt?

27.7.2017/ Verkehrslärm ist in einem dicht besiedelten Raum wie Sankt Augustin ein schwerwiegendes Problem, von dem das Wohlbefinden und die Gesundheit vieler Menschen beeinträchtigt werden kann. Schon im vorigen Jahrhundert war den Städten und Gemeinden durch einschlägige Bestimmungen des Baugesetzbuches und des Bundes-Immissionsschutzgesetzes aufgegeben, sich mit der Frage der Lärm-Minderung zu befassen. Das war für die Kommunen jedoch höchstenfalls bei der Erstellung neuer Bebauungspläne machbar; denn für die systematische Erfassung von Lärm-Immissionen im gesamten Stadtgebiet fehlten ihnen die sächlichen und die finanziellen Mittel sowie die fachliche Kompetenz. Im Jahr 2002 nahm sich die EU der Thematik an:

„Die 2002 in Kraft getretene EG-Umgebungslärmrichtlinie wurde 2005 mit dem Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm und 2006 mit der Verordnung über die Lärmkartierung in nationales Recht umgesetzt. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 47) wurde entsprechend angepasst.“ (KRAMER Schalltechnik GmbH Lärmaktionsplanung Nr. 13 04 001/01 vom 26. Juni 2017)  

Die 1. Stufe der Lärmkartierung (bis 2008) befasste sich nur mit Haupt-Verkehrsstraßen mit mehr als sechs Millionen Kfz pro Jahr = mehr als 16.400 Kfz pro 24 Stunden sowie mit Haupt-Eisenbahnstrecken mit mindestens 60.000 Zügen pro Jahr und mit Großflughäfen.

Mit der jetzt vom Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr Sankt Augustins zur Kenntnis genommenen Stufe 2 (bis 2013) der Lärmaktionsplanung sind Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei  Millionen Kfz pro Jahr = täglich mehr als 8.200, Haupteisenbahnstrecken mit mindestens 30.000 Zügen pro Jahr = mehr als 82 Züge pro Tag und Großflughäfen erfasst. Und entsprechend der Befunde muss ein Lärm-Aktionsplan aufgestellt werden.

Natürlich sind Lärm-Werte („Auslösewerte“) definiert, die erreicht werden müssen, damit eine Örtlichkeit (Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser oder andere schutzwürdige Gebäude) als lärmbelastet gilt. Die Auslösewerte sind:

  • LDEN von 70 dB(A) =24-Stunden-Wert
  • Lnight von 60 dB(A) = Nacht-Wert

Mit einem Aufkommen von über 3 Mio. Kfz/Jahr wirkt der Lärm der Autobahnen A 3, A 59 und A 560, der Bundesstraße B 56, der Landesstraßen L 16, L 121, L 143 und L 333 sowie der Einsteinstraße auf das Stadtgebiet von Sankt Augustin ein. Hinzu kommt der Lärm der Haupt-Eisenbahnstrecken Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Koblenz sowie der Stadtbahn-Linie 66 mit jeweils mehr als 30.000 Zügen/Jahr, zudem die ICE Strecke Köln – Frankfurt und die Siegstrecke. Und dann haben wir noch einen Großflughafen Köln/Bonn (CGN) ca. 10 km entfernt.   

 

Erstaunlicherweise gilt Sankt Augustin vom Fluglärm des Köln/Bonner Flughafens als nicht betroffen (außer einer Ecke von Buisdorf), obwohl das viele Menschen in Sankt Augustin ganz anders empfinden. Warum? Weil die Auslösewerte nicht erreicht werden – egal was die Menschen empfinden. Insbesondere spielt leider keinerlei Rolle, dass manche Menschen unter mehreren Lärmquellen zu leiden haben – z. B. Buisdorf: A3, A560, Bahnstrecke, L333, L121 und Flughafen. Das Gesetz erkennt keine Additionswirkung von Lärmen an. Das heißt: Wenn an einem Punkt jede dieser Lärmquellen knapp unter den Auslösewerten liegt, gilt dieser Punkt als nicht lärmbelastet.

Auf der Grundlage der vom Land (leider verspätet) zur Verfügung gestellten Lärmkartierungen soll mit der Lärm-Aktionsplanung gegen die Lärmeinwirkungen an den Stellen vorgegangen werden, wo die Auslösewerte erreicht werden.

 

Wichtig: Jeder kann einen formlosen Antrag bzgl. der Überprüfung der Lärmsituation im Bereich seines Wohnhauses an die Straßenbauverwaltung richten, wenn dieses an den genannten Straßen oder Bahnstrecken liegt.

Eine Lärmsanierung kann man vom Straßenbaulastträger verlangen (Bundesrepublik Deutschland für Autobahnen und freie Strecke von Bundesstraßen / Land Nordrhein-Westfalen für Landesstraßen) – und jetzt kommt’s – „im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel“. Zudem spielt eine Rolle, wie viele Personen von der Lärmbelastung betroffen sind. Sind nur wenige betroffen, kommen nur passive Lärmschutzmaßnahmen in Frage (Einbau von Schallschutzfenstern), die bis zu 75 % bezuschusst werden können.

Ob es sich für Sie lohnt, aktiv zu werden, zeigt Ihnen ein Blick in das Kartenwerk der Lärmkartierung NRW in dem Sie exakt Ihr Haus und Ihre Lärmbelastung aufspüren können.