Verkehr

Linie 66 = Hindernis für Feuerwehr

13.4.2022/So froh wir sind, dass es die Stadtbahn-Linie 66 (Siegburg - Bonn - Bad Honnef) gibt, weil sie viel Verkehr von den Straßen fernhält; und so froh wir sein können, dass sie demnächst im Fünf-Minuten-Takt fahren wird und ein noch besseres "Öffi"-Angebot (öffentliche Verkehrsmittel) macht, so sehr wirft sie an anderer Stelle Probleme auf. Denn "Die 66" zerteilt das Stadtgebiet in einen Ost-Teil und einen West-Teil. Nicht schlimm? Doch, ist schlimm, weil täglich auch viele Menschen diese Grenze passieren müssen. Und je öfter die 66 fährt, desto häufiger sind die Bahnschranken geschlossen. Dabei tritt der schlimmste Fall eigentlich nur ein, wenn es um Leben und Tod geht, also um Rettungsfahrten für akut Erkrankte oder Schwerverletzte UND im Fall von Bränden. In weniger als 10 Minuten muss die Feuerwehr mit einer Kernmannschaft am Einsatzort sein - und dann sind die Schranken geschlossen. "Hah!", werden Ortskundige sagen, "wir haben doch extra wegen Huma eine West-Ost-Unterführung gebaut. Dann fahren die Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr da durch." Für die Feuerwehr gilt aber in bestimmten Fällen, dass sie eine Drehleiter zum Einsatz bringen müssen. Und passt diese durch die Unterführung? Und wenn sie passen sollte, gäbe es westlich der 66 noch immer keine Verbindung von z.B. Menden nach Hangelar. Folge: wir brauchen eine Drehleiter westlich der 66 und eine Drehleiter östlich der 66. Deshalb wird zur Zeit eine "feuerwehrtechnische Zentrale" westlich der 66 projektiert. Dann ist die 66 auch mit dem Fünf-Minuten-Takt zumindest für die Feuerwehr nicht mehr das große Problem.

Mobilitätskonzept nimmt Fahrt auf

7.4.2022/ Das Job-Ticket für die Beschäftigten der Stadtverwaltung kommt. Hurra! Zwar waren fast zwei Jahrzehnte Anlauf nötig, und viele bürokratische Hürden zu nehmen, aber gerade deshalb können wir jetzt das "Hurra!" ausrufen. "Das Job-Ticket ist so ein fantastisches Angebot, das einen schon sehr verunsichern kann, dass nur etwa ein Viertel der Beschäftigten darauf zugreift", kommentiert Wolfgang Köhler. "Immerhin ist der Anteil der am Job-Ticket überhaupt Interessierten seit Beginn dieses Jahrhunderts auf das Doppelte gestiegen. Aber es waren immer zu wenige Interessent_innen, um nach den damaligen Bedingungen das Interesse wachsen zu lassen. Und vielleicht steigt das Interesse noch einmal, wenn auf lange Sicht an der Zapfsäule die Preise für Treibstoff hoch bleiben." Zusätzlich könnte Bewegung in die "Mobilitätswende" kommen, mutmaßt Köhler, wenn nicht nur das 90-Tage-Ticket für neun Euro kommt, sondern der Empfehlung der Verkehrsminister-Konferenz folgend ein ÖPNV-Nulltarif eingeführt wird - obwohl dann die Erwerber_innen des Job-Tickets wiederum benachteiligt wären. Es sei denn es gäbe für sie eine entsprechende Gutschrift. - Allerdings hat die Mobilitätswende ja doch auch andere positive Aspekte: Da gibt es die E-Leihroller und die RSVG-Leihfahrräder und nach und nach die zugehörigen Mobilpunkte; Mobilitätsstationen, wo Pendler_innen ihre Fahrräder vor Vandalismus sicher parken können; Car-Sharing Angebote und natürlich zunehmend (wenn auch noch immer zu wenige) E-Auto-Ladepunkte. Wenn auch jetzt die Verkehrsminister-Konferenz feststellt, dass der ÖPNV einen Ausbau und eine Modernisierung nicht nur verdient, sondern dringend braucht, kann die derzeit zu beobachtende Entwicklung schon hoffnungsvoll stimmen. Allerdings gehört neben der Förderung der "Öffies" (öffentliche Verkehrsmittel) noch viel mehr zur Verkehrs- bzw. Mobilitätswende. Dazu gehört die konsequente Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs - Städte in anderen europäischen Ländern machen uns das vor, also der Ausbau eines großzügig angelegten Radwegenetzes. Und dann muss man sich auch einmal ehrlich machen und feststellen, dass die Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs eine unangenehme Kehrseite hat: die Benachteiligung des motorisierten Verkehrs.

 

Job-Ticket kommt näher - Start im Frühjahr

21.12.2021/ Die Bemühungen um die Einführung des Job-Tickets für Beschäftigte der Stadt Sankt Augustin haben schon mehrere Sitzungsperioden des Stadtrates überdauert. Erste Vorstöße dürften schon im vergangenen Jahrhundert zu verzeichnen gewesen sein. Für das Jahr 2022 scheint es jetzt wahr zu werden, dass Personen, die als Beschäftigte der Stadt Sankt Augustin anzusehen sind, ab dem Frühjahr 2022 einen Anspruch auf das Job-Ticket haben werden. Der Aufbruch! hat dem Thema immer wieder seine Aufmerksamkeit zugewendet - zuletzt Ende 2019 mit der Ampel-Kooperation. Das Job-Ticket deckt für die Beschäftigten nicht nur den Weg zur Arbeitsstelle ab, sondern ermöglicht Fahrten im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) - und das zu einem Einheitspreis. insofern ist der Preis attraktiv, ja geradezu ein Schnäppchen. Zusätzliche Attraktivität soll mit dem Ticket verbunden sein, indem es an Abenden und an Wochenenden eine Mitnahme-Möglichkeit für Familienmitglieder einschließt. Andererseits wird in Sankt Augustin durch die notwendig werdende Bewirtschaftung der Parkplätze (Geld für Parkberechtigung) die Anfahrt zur Arbeitsstelle per Auto weniger attraktiv werden.

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, denn den Job-Ticket Regelungen muss die Gesamtheit der Verkehrsunternehmen im VRS zustimmen. Aber noch nie waren die Aussichten so konkret und die Hoffnung so berechtigt wie jetzt. Also, gute Hoffnung für 2022!

Ampel-Schaltung L 121 

11.10.2021/ Eine Verbesserung für Autofahrerinnen und Autofahrer will die Fraktion Aufbruch! mit einem Antrag im nächsten Mobilitätsausschuss im November erreichen.

Bislang werden von Niederpleis her kommende Fahrzeuge mit einer eigenen Grünphase der Ampelanlage auf die A 560 geführt. Von Buisdorf kommende Fahrzeuge haben zwar eine gesonderte Linksabbieger-Spur zur Verfügung, aber keine das Linksabbiegen (ins Mittelfeld) erleichternde Grünphase. Stattdessen sind sie auf die Grünphase des Geradeaus-Verkehrs angewiesen, was oft mit langen Wartezeiten verbunden ist. Zudem ist das Linksabbiegen für diese Fahrzeuge durchaus als gefahrvoll zu werten, weil die L 121 an diese Stelle einen leichten Bogen beschreibt und der Verkehr auf der  aus Niederpleis kommenden Geradeausspur durch die an der Ampel auf der Abbiegespur zur A 560 auf ihre Grünphase wartenden Fahrzeuge verdeckt wird. Eine gesonderte Grünphase könnte mit der Grünphase für den Abbieger auf die A 560 parallel geschaltet werden.

 

Wir möchten nun erreichen, dass die Ampelanlage  dergestalt nachgerüstet und entsprechend umprogrammiert wird, dass für aus Hennef / Buisdorf kommende Fahrzeuge die Linksabbieger-Spur in die Straße Im Mittelfeld eine eigenen Grünphase eingerichtet wird.

 

Die Verwaltung soll mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, der für die Ampelanlage verantwortlich ist,  entsprechend verhandeln.

VRS-Fahrpreise “nach Luftlinie“

Vom Aufbruch! schon 2011 gefordert

Schon Anfang des Jahres 2011 hat der Aufbruch! in einem Pressegespräch zu den “Fallstricken und Mogelpackungen“ des VRS-Tarifsystems auf die einzig richtige Lösung hingewiesen: der Fahrpreis muss nach Entfernung berechnet werden. Jetzt soll dieses Verfahren probeweise eingeführt werden. Es hat somit acht Jahre gebraucht, bis dieser Gedanke im Verkehrsverbund Rhein-Sieg einer Realisierung nahe kommt. “Da kann man nur ausrufen 'Bravo! Endlich!'“, stellt Edmund Heikaus nüchtern fest. Heikaus ist als sachkundiger Bürger für den Aufbruch! im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss tätig. Er ärgert sich seit Jahren, dass er von seinem Wohnort Mülldorf bis zum nächsten Halt (Siegburg) nicht den Kurzstreckentarif nutzen kann, nur weil die Fahrt über die Stadtgrenze geht. “Wenn das jetzt in die Versuchsphase des 'eTarifs' geht, bin ich gern als Versuchskaninchen dabei und lasse mein Auto dann häufiger im Stall.“

Im Pressegespräch von 2011 hatte der Aufbruch! die “Tarif-Fallstricke und Absurditäten“ des Tarifsystems an einem Beispiel von vielen dargestellt (Linien, Haltestellen, Zeiten und Ticket-Kosten nach Stand 2011):

Die neue Linie 516 verbindet Birlinghoven direkt mit dem attraktiven Einkaufsstandort Hangelar. Was kostet diese Fahrt? Gemäß Aushang an der Haltestelle gilt für eine Fahrt von Sankt Augustin nach Sankt Augustin (wenn es nicht Kurzstrecke ist) die Preisstufe 1a = 2,10 € - ohne Wenn und Aber. Sucht man sich im Internet die Fahrzeiten heraus, erfährt man, dass die direkte Verbindung Birlinghoven – Hangelar (6,3 km) 3,50 € (=67 % mehr) kostet, weil dafür nämlich Preisstufe 2b angesetzt ist. Was tun, wenn Tarif-Auskünfte widersprüchlich sind? Man schaut in die offiziellen Tarifbestimmungen des VRS. Hier findet man auf Seite 39, dass eine Fahrt von Sankt Augustin nach Sankt Augustin Preisstufe 1a ist – ohne Wenn und Aber. Soweit so gut, stünde nicht auf S. 67 der VRS-Broschüre: 'Werden bei Fahrten zwischen dem Starttarifgebiet und dem Zieltarifgebiet Tarifgebiete befahren, die mit einer höheren Preisstufe erreichbar sind, ist der Preis der höheren Preisstufe maßgeblich'. Linie 516 fährt ja ca. 1 km (2 Haltestellen) durch Feindesland, sprich durch die Stadt Bonn, Stadtteil Hoholz. Also doch 2b? (Da Bonn als Großstadt gilt, reicht nicht Preisstufe 2a, sondern für Großstädte gilt Stufe 2b!) Man kann allerdings auch den Umweg über das Zentrum (Linien 66 und 535) nehmen – Streckenlänge 7,6 km statt 6,3 km auf der kürzesten Strecke. Diese um 1,3 km längere, in der Richtung Hangelar – Birlinghoven 9 min länger dauernde, mit Umsteigen verbundene und nur stündlich angebotene Verbindung ist tatsächlich preiswerter (Tarif 1a).Die kürzere Verbindung wird zudem häufiger angeboten, nämlich im Wesentlichen zweimal pro Stunde.“

 

Rad-Schnellweg

Aufbruch! gegrüßt Initiative des ADFC

Mit seinem recht detaillierten Entwurf für die Streckenführung einer Rad-Schnellverbindung Bonn – Siegburg hat der ADFC dankenswerterweise wieder Bewegung in die Sache gebracht. Nachdem vor nicht allzu langer Zeit ein vom Rhein-Sieg-Kreis initiierter Versuch gescheitert war, im Rahmen eines Landeswettbewerbs die Machbarkeit einer schnellen Radwege-Verbindung von Bonn über Sankt Augustin nach Siegburg zu untersuchen, müssen sich jetzt die Hoffnungen auf zwei verschiedene Planungsansätze richten: 1) den im Juli 2018 vom Bonner Stadtrat gestarteten und vom Sankt Augustiner Rat  unterstützten Antrag an das Land NRW, einen über die Nordbrücke geführten Landes-Radschnellweg von Alfter / Bonn nach Niederkassel und über Sankt Augustin nach Troisdorf herzustellen; 2) den aktuell vom ADFC vorgelegten Entwurf einer Rad-Schnellverbindung von Beuel entlang der Stadtbahnlinie 66 über Sankt Augustin nach Siegburg. Für den Aufbruch! Haben beide Planungen ihre Berechtigung und ihren jeweils eigenen Reiz, aber auch jeweils spezifische Nachteile. Bezogen auf einen Startpunkt Bonn-Innenstadt ist die ADFC-Route kürzer (Fahrzeit) und verläuft fast ausschließlich durch besiedeltes Gebiet (Sicherheit). Nachteil ist, dass es die notwendige Rad-Brücke über die Sieg noch nicht gibt. Die von der Bonner Verwaltung geplante Route ist länger und führt über weite Strecken durch unbesiedeltes Gebiet. Das bedeutet: Schöneres Panorama, längere Fahrzeit, beeinträchtigte Sicherheit, besonders in der Dunkelheit. „Wir drücken aber beiden Strecken ganz fest die Daumen“, versichert Wolfgang Köhler seitens des Aufbruch!, „denn die Ökobilanz verbessert sich nicht so sehr durch andere Auspuffanlagen an Autos, sondern viel mehr durch viele Umstiege vom Auto aufs Fahrrad.