Verkehr

Flughafen entschuldigt sich für verstärkten Fluglärm

Seit Wochen fliegen die Jets vom Flughafen Köln/Bonn über Sankt Augustin anders, und lässt manche Bewohner von Sankt Augustin den Lärm der  Flugzeuge erleben, die bisher immer sagen konnten "Welcher Fluglärm?". Jetzt endlich sind die Verantwortlichen beim Flughafen so "freundlich", die Bevölkerung den Grund für die veränderten Flugrouten wissen zu lassen und um Verständnis zu bitten.

Dazu die Pressemitteilung des Flughafens Köln/Bonn vom 25.07.2018:

"Wir sind uns der zusätzlichen Belastung der Anwohner durch die Sanierungsmaßnahmen und den dadurch geänderten Flugbetrieb bewusst und entschuldigen uns für sämtliche Unannehmlichkeiten, die dieses Projekt mit sich bringt. Bei den Arbeiten handelt es sich um das größte Bauprojekt des Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren. Bei laufendem Betrieb am Herzstück des Airports, der großen Start- und Landebahn, zu arbeiten, stellt den Flughafen und alle Beteiligten – etwa die ausführenden Baufirmen - vor große Herausforderungen. „Wir tun alles, um dieses anspruchsvolle Großprojekt wie geplant Ende November abzuschließen. Wir wissen, dass wir unseren Anliegern in diesen Monaten viel abverlangen und bitten um Verständnis“, so Johan Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung." Der Aufbruch! würde sich wünschen, das die Bürger rechtzeitig vorher informiert werden, auch wenn der Lärm dadurch nicht weniger wird.

Radfahrende haben's schwer - nehmen's (zu) leicht

25.7.2018/ Nicht allein die Hitze ist es, die zur Zeit den Radfahrern das Leben schwer macht, aber sie verstärkt die Erschwernisse, mit denen sie jeden Tag zu kämpfen haben. Für den motorisierten Verkehr ist alles recht gut geregelt, und überwiegend liegt diesen Regelungen ein überschaubares System zugrunde: Motorfahrzeuge fahren rechts, beim Rechtsabbiegen müssen sie nur den Verkehr von links im Auge haben (und die rechts an ihnen vorbeifahrenden Radler), an Kreuzungen gilt die Ampelanzeige und ansonsten rechts vor links, und im Kreisverkehr fährt man gegen den Uhrzeigersinn. Radfahrern wird ein ständiges Hin-und-Her zugemutet. Es gibt einen Radweg oder es gibt keinen; der Radweg ist einmal auf der einen Seite der Straße, einmal auf der anderen; er ist für Radfahrer und Fußgänger im Mischbetrieb ausgeschildert oder nur für Radler; er ist super-breit oder so schmal, dass man fast mit den Außenspiegeln der Autos kollidiert; beim Links-Abbiegen an beampelten Kreuzungen muss zweimal auf Grün gewartet werden; ... . Was erschwerend hinzu kommt ist der buckelige Zustand der Radwege-Fahrbahndecken und die zu hohen Übergänge von Straße zu Radweg - nicht zu vergessen der nachrangig zu den Straßen versehene Winterdienst.

Kein Wunder, dass bei Radfahrern ein Gefühl der systematischen Benachteiligung und der Verdrossenheit entsteht. Daraus erklärbar - keineswegs entschuldbar - das manchmal verkehrswidrige Verhalten der Radfahrer, mit dem sie für sich die empfundene Benachteiligung auszugleichen geneigt sind: Man fährt auf dem linksseitigen Radweg, obwohl rechts auch einer vorhanden ist; man fährt im Kreisverkehr falsch herum; man biegt auch ohne Grün-Pfeil an der roten Ampel rechts ab; man überholt Autos rechts; man fährt ohne Licht, weil Autofahrer ja Licht haben und einen sehen können, ... . Vergessen oder verdrängt wird dabei die Gefährdung für sich selbst und andere, die aus dem Fehlverhalten entsteht.

Mit all dem darf sich weder Radverkehr noch der Autoverkehr abfinden. Regeln einhalten, achtsam und respektvoll miteinander umgehen (siehe § 1 Straßenverkehrsordnung), Missstände nicht hinnehmen (siehe Beschwerdeportal auf der städtischen Homepage), sein Recht angemessen einfordern (keine Gewalt!). Aber Geduld ist angesagt, denn nicht alles kann von heute auf morgen zum Besseren gewendet werden.

Prüfung einer Fahrradstraße in Niederpleis

18.7.2018/ Eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes nimmt die Fraktion Aufbruch! zum Anlass, das Thema „Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr“ aufzugreifen und einen konkreten Vorschlag für Niederpleis einzubringen: Einrichtung einer Fahrradstraße im Straßenzug „alte Pleistalstraße / Paul-Gerhardt-Straße“. Dieser Straßenzug ist seit Bestehen des Schulzentrums Niederpleis ein stark genutzter Schulweg. Durch den Ganztagesunterricht an den Schulen hat sich diese Nutzung intensiviert. Denn während der Tage mit Schulunterricht wird der Straßenzug regelmäßig mehrfach täglich von Schülern als Schulweg genutzt. Eine Ausweisung als Fahrradstraße käme der Sicherheit der Radfahrenden in diesem Straßenzug zugute, zumal die Strecke allgemein eine gern genutzte Fahrradroute durch das alte Zentrum von Niederpleis und eine Zuwegung zum Nahversorgungszentrum ist.

Zwar hat sich die Situation für Radfahrende schon etwas verbessert, weil das südliche Ende der Paul-Gerhardt-Straße von Kraftfahrzeugen nur in Richtung Hauptstraße befahren werden darf. Aber die Verkehrsabwicklung i.S. der Sicherheit des Radverkehrs ist in dem gesamten Straßenzug noch immer unbefriedigend.

Zudem entsteht soeben im Bereich zwischen alter und neuer Pleistalstraße und Hauptstraße eine Wohnanlage mit 24 Wohnungen, deren Tiefgaragen-Ausfahrt  in die alte Pleistalstraße mündet. Dadurch stellt sich die Frage der Sicherheit für Radfahrer auch in diesem Abschnitt verstärkt.

Fahrradstraßen sind dem Fahrradverkehr vorbehalten, dürfen aber auch von Kraftfahrzeugen befahren werden. Dafür müssen entsprechende Zusatzschilder angebracht werden. Die Geschwindigkeit ist für alle Fahrzeuge auf 30 km/h begrenzt. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. Kraftfahrer müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit verringern, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.

Das sind samt und sonders Regelungen, die sich in der Praxis längst eingespielt haben. Durch die Ausweisung als Fahrradstraße erhalten sie einfach nur einen rechtsverbindlichen Charakter. Und das kann im Falle eines Verkehrsunfalles von entscheidender Bedeutung sein.

 

Laut Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes hat sich zwar in 2017 die Verkehrssicherheit gegenüber den Vorjahren insgesamt gesehen leicht verbessert. Aber für Radfahrer ist die Gefährdung noch immer gleich hoch: Jeder achte Verkehrstote war mit dem Fahrrad unterwegs – statistisch gesehen starb jeden Tag des Jahres mindestens ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall.

 

Quelle: Destatis-Pressemitteilung vom 12.07.2018: „2017 starben im Durchschnitt fast 9 Menschen pro Tag im Straßenverkehr. Jede beziehungsweise jeder achte Verkehrstote war eine Radfahrerin oder ein Radfahrer.“

 

Keine weiteren Verspätungen! Bau der S 13 zügig voranbringen!

Gemeinsame Resolution der Fraktionen

Die Fraktionen im Rat der Stadt Sankt Augustin haben gemeinsam eine Resolution in den Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss am 30.1.2018 eingebracht, die sich gegen weitere Verzögerungen beim Ausbau der S 13 ausspricht.

Hier der Text der Resolution:

Die Stadt Sankt Augustin spricht sich dafür aus, den Bau der S 13 zu sichern und den Fertigstellungstermin keinesfalls zu verzögern, sondern möglichst zu beschleunigen. Die S 13 ist sowohl für die Stadt Sankt Augustin mit rund 56.000 Einwohnerinnen und Einwohnern als auch für die wachsende südliche Metropolregion Rheinland von erheblicher Bedeutung. Die S 13 wird die Mobilität in der Region durch Angebotsausweitungen, bessere Anbindung nach Köln und an den Flughafen Köln/Bonn, Erschließung von Arbeitsplatzschwerpunkten insbesondere in Bonn sowie durch neue Verknüpfungspunkte mit dem kommunalen Nahverkehr deutlich verbessern. Die S 13 ist entsprechend ein wesentlicher Bestandteil des vertraglich vereinbarten Bonn-Berlin-Ausgleichs und muss endlich prioritär realisiert werden. Zudem wird mit der S 13 der dringend notwendige aktive Lärmschutz an der rechten Rheinstrecke, einer der meistbefahrenen Güterzugstrecken Deutschlands, umgesetzt.

Die von der DB erwogene Option, wegen Bauarbeiten im übergeordneten Schienennetz zwischen Hannover und Würzburg die Baumaßnahme S 13 für mehrere Jahre zu unterbrechen und entsprechend später fertigzustellen, wird durch die Stadt Sankt Augustin abgelehnt. Aus einer aufgrund der Finanzierungsbedingungen sowieso schon unakzeptabel langen Bauzeit von 13 Jahren würden eventuell 16 oder mehr Jahre. Eine Bauzeit von 16 Jahren für 12 Kilometer Strecke wäre wohl ein neuer Negativrekord.

Sofern die DB an dem Plan festhält, die Baumaßnahme S 13 zu unterbrechen, wäre aus Sicht der Stadt Sankt Augustin der beste Weg, die Bauzeit der S 13 so zu verkürzen, dass diese vor dem Beginn der Sanierung Hannover - Würzburg fertiggestellt ist.

 

Die Stadt Sankt Augustin ruft alle beteiligten Akteure auf, eine verspätete Fertigstellung der S 13 zu verhindern und zum Beispiel über eine Zwischenfinanzierung der LuFV-Mittel die Grundlagen für eine möglichst frühzeitige Inbetriebnahme zu schaffen. Die Stadtverwaltung wird gebeten, den NVR, das Land NRW, den Bund und die Deutschen Bahn über diesen Beschluss zu informieren.

Antrag im Bürgerinfosystem der Stadt 

Flughafen Köln-Bonn

Eindeutige Positionierung gegen mehr Fluglärm

17.1.2018/ Der Flughafen Köln/Bonn betreibt zur Zeit ein Planfeststellungsverfahren, zu dem die Stadt Sankt Augustin als betroffene Kommune termingerecht eine Stellungnahme abgegeben hat. Betroffen ist die Stadt, weil durch die Realisierung der geplanten Maßnahmen mehr Flugverkehr abzuwickeln sein würde und darum mit einer Zunahme des Fluglärms und anderer Immissionen über dem Stadtgebiet zu rechnen wäre. Dem will die Stadt entgegentreten, und deshalb hat der zuständige Fachausschuss am 09. Januar 2018 einstimmig die Stellungnahme der Stadt beschlossen.

 

Worum geht es dem Flughafen?

Der Flughafen will mehr Platz schaffen für das Abstellen von Flugzeugen, den Bereich für die Fracht neu gestalten, um die Fracht besser abwickeln zu können, und schließlich einen Hotel-Konferenz-Komplex errichten. Der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt war einhellig der Meinung, dass diese Baumaßnahmen zwangsläufig zu einem Mehraufkommen an Flugbewegungen und dadurch zu einem Mehr an Immissionen von Lärm, Abgasen, Rußpartikeln und anderen Stoffen führen würden. Der Flughafen bestreitet das natürlich. Und natürlich war der Flughafen auch der Ansicht, dass all diese Baumaßnahmen wie in der Vergangenheit stets geschehen ohne ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden könnten. In der Folge eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes musste sich der Flughafen zu seinem Leidwesen einem Planfeststellungsverfahren stellen. In diesem versucht der Flughafen nach Meinung von Kritikern, die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen zu verharmlosen bzw. klein zu reden. Dem Versuch der Verharmlosung tritt die Stadt Sankt Augustin mit ihrem Ausschuss-Beschluss vom 09.01.2018 mit Entschiedenheit entgegen. Sie erhebt ihre Einwände unter ausdrücklicher Anerkennung des Flughafens für die Wirtschaft der Region und die damit verbundenen Arbeitsplätze.

 

Interessant:
Ein Blick in die Historie zeigt, dass Flughafen bisher überhaupt nie ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen hat, wie es grundsätzlich für alle Großprojekte vorgeschrieben ist (Beispiel: Bau der ICE-Strecke Köln - Frankfurt). Er ist also ein "Wildgewächs". In der Form des Wildwuchses hat  der Flughafen bis jetzt immer den Ausbau des Flughafens betrieben. Dadurch hatten die von den Immissionen des Flughafens unmittelbar betroffenen Kommunen bisher keine förmliche Mitwirkungsmöglichkeit. Damit ist jetzt endlich Schluss!

Aufbruch! für mehr öffentliche E-Lade-Stationen

30.11.2017/ Sankt Augustin muss die E-Mobilität fördern, wenn es mit den Klima-Zielen in Sankt Augustin echt voran gehen soll. Und dazu muss die Anzahl der Lade-Stationen vervielfacht werden. Diese Position hat Wolfgang Köhler in der letzten Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses für den Aufbruch! vertreten. Da die Einrichtung privater Lade-Punkte gar nicht so einfach sei, weil es einige Hürden im Baurecht und im Wohneigentumsrecht gebe, müsse die Stadt mittelfristig Straßenlaternen zu Lade-Punkten umbauen. Allerdings müsse zusammen mit der Energie-Versorgungsgesellschaft Sankt Augustin geprüft werden, ob das Laternen-Stromnetz der zusätzlichen Belastung durch das Abzapfen von Ladestrom für Autos gewachsen sei.

Im Grunde genommen sind Straßenlaternen die idealen Lade-Punkte, weil sie genau dann unter Strom sind, wenn die meisten Autos stillstehen und in Ruhe aufgeladen werden können. Mit entsprechenden Adaptern ausgestattete Laternen können dann alle Autos, die über spezielle Ladekabel mit eingebautem Stromzähler und Abrechnungssoftware verfügen, ihren Ladestrom aus den Laternenmasten entnehmen.

Klar ist dem Aufbruch!, dass nicht alle Schwachpunkte der E-Mobile dadurch behoben sind, dass die Lade-Infrastruktur auf Vordermann gebracht wird. Einen wesentlichen weiteren Schwachpunkt stellt natürlich die Akku-Kapazität dar, von der die beschränkte Reichweite der Fahrzeuge abhängt. Deshalb sind E-Mobile zur Zeit auch eher die idealen Fahrzeuge für den innerstädtischen und den Kurzstrecken-Verkehr - auch ein Grund übrigens, warum E-Mobile sich gut als städtische Fahrzeuge eignen, die ja meist nur tagsüber unterwegs sind.

Verkehr: Kleine Maßnahmen - große Wirkung

7.11.2017/ Oft sind es die kleinen Dinge, die über "Frust oder Lust" im Straßenverkehr entscheiden: die Ampel, die zu lange auf Grün warten lässt, der holprige Radweg, die Schwierigkeit, als Fußgänger auf die andere Straßenseite zu kommen. 

In dieser Hinsicht haben wir soeben drei Dinge auf's Korn genommen, die demnächst auf Grund unserer Interventionen besser geregelt werden oder bei denen wir eine Beschlussfassung im Ausschuss herbeiführen, die hoffentlich zum Erfolg führt.

 

Aber der Reihe nach: 1) haben wir die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass die Ampelanlage an der alten HUMA-Ein-/Ausfahrt nur noch den Verkehr auf der Südstraße aufhält und schleunigst so umprogrammiert werden sollte, dass sie nur noch als Fußgängerampel arbeitet. Dann wird sie den Verkehrsfluss auf der Südstraße nur noch unterbrechen, wenn Fußgänger per Knopfdruck für sich Grün anfordern. - Und so wird es gemacht. 2) sind in Schmerbroich in der Straße Am Schmerbroich im Bereich der "Spielstraße" die Parkplatz-Markierungen nicht mehr vorhanden, so dass dort ungeordnet geparkt wird. Aber in "Spielstraßen" ist das Parken nur auf den markierten Flächen gestattet; außerhalb der Markierungen ist das Parken eine Ordnungswidrigkeit. - Die Markierungen werden nach unserem Hinweis an die Stadtverwaltung erneuert. 3) Für die gefährliche Querungsstelle der Pleistalstraße von der Straße Am Rehsprung zur Niederpleiser Burg wollen wir für die querenden Radler und Fußgänger eine Querungshilfe (Mittelinsel). Auf unsere Initiative hin wird die Stadtverwaltung in einem gemeinsamen Antrag mit anderen Fraktionen beauftragt, an dieser Stelle für eine Mittelinsel zu sorgen. Wenn möglich soll auch schon ab der Straße Am Jeuchel Tempo 50 angeordnet werden. - Ob dieser letzte Punkt zu realisieren ist, hängt allerdings maßgeblich vom Landesbetrieb Straßen NRW ab, und dieser verhält sich oft sehr abwehrend, weil er vorzugsweise auf das Geld und auf den Verkehrsfluss achtet.

"Kampf-Radler" - und es gibt sie doch

von Wolfgang Köhler

27.10.2017/ Normalerweise zählen Radfahrer zu den sogenannten schwachen Verkehrsteilnehmern. Aber in der Spezies der Radler gibt es eine besondere Unterart, den Kampf-Radler. Alles, was nur halbwegs nach Radweg aussieht, gehört ihm allein - Fußgänger, Walker, Kinder im oder außerhalb des Kinderwagens und Hunde haben für ihn eigentlich auf solchen Wegen nichts verloren, dürfen allenfalls Spalier stehen, wenn er vorbeirauscht - gern sich von hinten unbemerkt, aber in hohem Tempo nähernd. Überflüssig zu sagen, dass sich an seinem Fahrrad keine Klingel befindet - braucht ja auch nicht, weil es die menschlichen oder tierischen Hindernisse auf "seinen" Wegen ja sowieso nicht geben darf. Und, ebenfalls überflüssig zu sagen, § 1 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung ("Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.") ist nur für alle anderen ins Gesetz geschrieben worden. Ach ja, der Kampf-Radler ist männlich, immer nur männlich. Höflichkeit, gesittete Sprache, Danke und Bitte sind nicht in seinem Repertoire. Die gängigen Floskeln sind "Platz da!", "Was fällt dir ein!?", "Geh' aus dem Weg!", "Nimm gefälligst den Köter an die Leine!", und diese Worte werden gern noch mit dem ausgestreckten Mittelfinger garniert. Muss das eigentlich sein? Nein, muss nicht. Niemand kann es auf einem Radweg oder ähnlichem Weg so eilig haben, dass er recht unverhohlen damit drohen zu dürfen glaubt, den Hund nächstens zu überrollen, "und mal sehen, wie das dem Hund bekommt - mein Rahmen ist karbon-verstärkt!" (Mir so passiert.) Ab und an sollte sich doch jeder Verkehrsteilnehmer an die Aussage des § 2 der Straßenverkehrsordnung erinnern "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."

Zunahme des Fluglärms?

Flughafen Köln/Bonn

Haben Sie auch den Eindruck, dass wir in Sankt Augustin seit längerem schon zunehmend von Fluglärm belastet werden - ganz besonders mitten in unserer Kern-Schlafenszeit (0 bis 5 Uhr)? Ihr Eindruck trügt Sie nicht. Er wird von den Erhebungen der „Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn“ über das Jahr 2016 gestützt, die im März 2017 veröffentlicht wurden. Auf ihrer Internetseite findet man unter der Rubrik "Belastete Gebiete" textliche und kartografische Information über die Flugrouten (An- und Abflug), Messstellen, Nacht-Schutzgebiete und Tag-Schutzgebiete sowie - ganz besonders wichtig - einen Hinweis, wo man sich beschweren kann.

Die Folgen der Geschäftspolitik des Flughafens, insbesondere durch die Ansiedlung der Langstrecke von Eurowings und den Ausbau der RyanAir-Verbindungen, bilden sich laut Lärmschutzgemeinschaft darin ab, dass die Zahl der Flugbewegungen 2016 gegenüber 2015 um 6,4 % und speziell der Nachtflüge 8,2 % zugenommen hat

(Quelle: Jahresbericht 2016 der Lärmschutzgemeinschaft, März 2016)

 

Man kann ja noch trefflich darüber räsonieren, dass wir mit unseren Konsum-Gewohnheiten den nächtlichen Transport von Fracht selbst verursachen - siehe Erdbeeren aus Chile und Wein aus Neuseeland. Aber der Abflug in den Urlaub mitten in der Nacht, um vermeintlich einen Tag am Urlaubsort zu gewinnen, muss nicht sein. Ein Verzicht darauf würde der Region viel von dem die Nachtruhe störenden Lärm ersparen. Die Gesellschafter der Flughafen GmbH, die BRD, das Land NRW, die Städte Köln und Bonn, die Kreise Rhein-Sieg und Rhein-Berg, könnten, wenn schon nicht den nächtlichen Frachtflug, so doch immerhin den nächtlichen Passagierflug abstellen. Aber auch jeder von uns kann etwas tun. Für jeden gilt es abzuwägen: Mehr Gesundheit oder mehr Waren aus fernen Kontinenten. Unser Konsumverhalten macht ein Stück weit den Unterschied.

Lärm-Aktionsplan Stufe 2

Wer macht Aktion und warum überhaupt?

27.7.2017/ Verkehrslärm ist in einem dicht besiedelten Raum wie Sankt Augustin ein schwerwiegendes Problem, von dem das Wohlbefinden und die Gesundheit vieler Menschen beeinträchtigt werden kann. Schon im vorigen Jahrhundert war den Städten und Gemeinden durch einschlägige Bestimmungen des Baugesetzbuches und des Bundes-Immissionsschutzgesetzes aufgegeben, sich mit der Frage der Lärm-Minderung zu befassen. Das war für die Kommunen jedoch höchstenfalls bei der Erstellung neuer Bebauungspläne machbar; denn für die systematische Erfassung von Lärm-Immissionen im gesamten Stadtgebiet fehlten ihnen die sächlichen und die finanziellen Mittel sowie die fachliche Kompetenz. Im Jahr 2002 nahm sich die EU der Thematik an:

„Die 2002 in Kraft getretene EG-Umgebungslärmrichtlinie wurde 2005 mit dem Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm und 2006 mit der Verordnung über die Lärmkartierung in nationales Recht umgesetzt. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 47) wurde entsprechend angepasst.“ (KRAMER Schalltechnik GmbH Lärmaktionsplanung Nr. 13 04 001/01 vom 26. Juni 2017)  

Die 1. Stufe der Lärmkartierung (bis 2008) befasste sich nur mit Haupt-Verkehrsstraßen mit mehr als sechs Millionen Kfz pro Jahr = mehr als 16.400 Kfz pro 24 Stunden sowie mit Haupt-Eisenbahnstrecken mit mindestens 60.000 Zügen pro Jahr und mit Großflughäfen.

Mit der jetzt vom Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr Sankt Augustins zur Kenntnis genommenen Stufe 2 (bis 2013) der Lärmaktionsplanung sind Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei  Millionen Kfz pro Jahr = täglich mehr als 8.200, Haupteisenbahnstrecken mit mindestens 30.000 Zügen pro Jahr = mehr als 82 Züge pro Tag und Großflughäfen erfasst. Und entsprechend der Befunde muss ein Lärm-Aktionsplan aufgestellt werden.

Natürlich sind Lärm-Werte („Auslösewerte“) definiert, die erreicht werden müssen, damit eine Örtlichkeit (Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser oder andere schutzwürdige Gebäude) als lärmbelastet gilt. Die Auslösewerte sind:

  • LDEN von 70 dB(A) =24-Stunden-Wert
  • Lnight von 60 dB(A) = Nacht-Wert

Mit einem Aufkommen von über 3 Mio. Kfz/Jahr wirkt der Lärm der Autobahnen A 3, A 59 und A 560, der Bundesstraße B 56, der Landesstraßen L 16, L 121, L 143 und L 333 sowie der Einsteinstraße auf das Stadtgebiet von Sankt Augustin ein. Hinzu kommt der Lärm der Haupt-Eisenbahnstrecken Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Koblenz sowie der Stadtbahn-Linie 66 mit jeweils mehr als 30.000 Zügen/Jahr, zudem die ICE Strecke Köln – Frankfurt und die Siegstrecke. Und dann haben wir noch einen Großflughafen Köln/Bonn (CGN) ca. 10 km entfernt.   

 

Erstaunlicherweise gilt Sankt Augustin vom Fluglärm des Köln/Bonner Flughafens als nicht betroffen (außer einer Ecke von Buisdorf), obwohl das viele Menschen in Sankt Augustin ganz anders empfinden. Warum? Weil die Auslösewerte nicht erreicht werden – egal was die Menschen empfinden. Insbesondere spielt leider keinerlei Rolle, dass manche Menschen unter mehreren Lärmquellen zu leiden haben – z. B. Buisdorf: A3, A560, Bahnstrecke, L333, L121 und Flughafen. Das Gesetz erkennt keine Additionswirkung von Lärmen an. Das heißt: Wenn an einem Punkt jede dieser Lärmquellen knapp unter den Auslösewerten liegt, gilt dieser Punkt als nicht lärmbelastet.

Auf der Grundlage der vom Land (leider verspätet) zur Verfügung gestellten Lärmkartierungen soll mit der Lärm-Aktionsplanung gegen die Lärmeinwirkungen an den Stellen vorgegangen werden, wo die Auslösewerte erreicht werden.

 

Wichtig: Jeder kann einen formlosen Antrag bzgl. der Überprüfung der Lärmsituation im Bereich seines Wohnhauses an die Straßenbauverwaltung richten, wenn dieses an den genannten Straßen oder Bahnstrecken liegt.

Eine Lärmsanierung kann man vom Straßenbaulastträger verlangen (Bundesrepublik Deutschland für Autobahnen und freie Strecke von Bundesstraßen / Land Nordrhein-Westfalen für Landesstraßen) – und jetzt kommt’s – „im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel“. Zudem spielt eine Rolle, wie viele Personen von der Lärmbelastung betroffen sind. Sind nur wenige betroffen, kommen nur passive Lärmschutzmaßnahmen in Frage (Einbau von Schallschutzfenstern), die bis zu 75 % bezuschusst werden können.

Ob es sich für Sie lohnt, aktiv zu werden, zeigt Ihnen ein Blick in das Kartenwerk der Lärmkartierung NRW in dem Sie exakt Ihr Haus und Ihre Lärmbelastung aufspüren können.

Was fehlt beim neuen Radverkehrs-Konzept?

14.7.2017/ Das soeben im Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr beschlossene Radverkehrskonzept stellt einen Schritt in eine neue Dimension des Radverkehrs in Sankt Augustin dar - wenn, ja wenn einmal aus dem Konzept in vollem Umfang eine Realität geworden ist, da es bislang ein Leitbild ist und planerisch erst weiterentwickelt werden muss. Das wird einige Zeit dauern, weil es mit einigen, und zwar erheblichen, Kosten verbunden ist. Das realisierte Konzept wird das Fahrradfahren in Sankt Augustin und durch Sankt Augustin leichter, schneller und sicherer machen; und es wird die strikte Einhaltung einiger neuer Regelungen einfordern, weil das Radeln sonst zumindest nicht sicherer wird als heute. Eins aber fehlt im neuen Radverkehrskonzept vollständig, und zwar deshalb, weil es sich der Planung entzieht. Es fehlt die Verpflichtung zur und die Einhaltung der gegenseitigen Rücksichtnahme im Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsmittel und der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer. Leider scheinen genau diese Tugenden in rapidem Verfall zu sein.

Dabei sind sie doch die Basis des reibungslosen und sicheren Verkehrs, und deshalb sind sie auch im grundlegenden Paragraphen 1 der Straßenverkehrsordnung unmissverständlich gefasst:

"(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Das Radverkehrskonzept der Stadt finden Sie hier im Ratsinfosystem bei den Sitzungsunterlagen des Ausschusses.

Neue Buslinien-Führung in Hangelar

Was lange gärt, wird endlich gut?

30.5.2017/ Die Frage ist: Wodurch zeichnet sich eine gute Bus-Anbindung aus? Wenn der Bus auch nur ansatzweise mit dem Pkw mithalten will, muss er dem Transportbedarf in mehrerlei Hinsicht gerecht werden. Er muss die Menschen möglichst nah bei ihrer Wohnung abholen; er muss sie zu den Orten bringen, wo ihre Bedürfnisse gedeckt werden können; er muss häufig genug und verlässlich verkehren; der Fahrpreis muss angemessen sein – und ein Letztes: die Belastung (Lärm, Abgase, Verkehrssicherheit) für Anlieger der vom Bus benutzten Straßen sollte erträglich sein. Diese Rahmenbedingungen müssen zu einem Optimum kombiniert werden.

Dieses Ziel wurde durch die im Dezember 2016 neu eingeführte Buslinien-Konzeption offenbar nicht erreicht. Zwar brachte diese Konzeption ein Maximum an Busverkehr in das Zentrum von Hangelar, aber damit auch ein Maximum an Belastung für Anlieger. Deshalb haben sich die betroffenen Anlieger mit Recht für eine Änderung in der Bus-Anbindung des Zentrums stark gemacht, und sie haben in der Politik, in der Stadtverwaltung und beim Rhein-Sieg-Kreis eine Resonanz erzielt. Für diesen engagierten Einsatz gebührt den Bürgerinnen und Bürgern großer Dank. Genauso muss den Verkehrsplanern von Stadt und Kreis für ihre Bereitschaft gedankt werden, immer wieder neu nachzudenken und immer wieder neue Pläne auszuarbeiten. Das Verfahren hat fast lehrbuchhaft gezeigt, wie wichtig es ist, bei Planungen die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitzunehmen.

Nach zwei Workshops, einer Bürger-Informationsveranstaltung und einer Ausschuss-Sitzung gibt es jetzt eine neue Buslinien-Konzeption. Diese ist noch vom Planungsausschuss des Rhein-Sieg-Kreises zu beschließen und wird – hoffentlich! – so tragfähig sein, dass sie im Wesentlichen lange Bestand haben kann, wenn auch im Einzelnen gewisse Retuschen vielleicht noch erforderlich sein werden. So sollte z. B. im Rahmen einer Evaluation geprüft werden, ob denn die Linie 635 unbedingt nach Hangelar Ost fahren muss oder ob auch durch eine andere Endhaltestelle den Bedürfnissen ihrer Nutzer Rechnung getragen werden kann.

Ein leidiges Thema ist auch durch die neue Konzeption nicht vom Tisch, nämlich die dem Ticket-Tarif innewohnenden generellen Fehler. Dazu nur ein Beispiel: Mit dem Kurzstrecken-Ticket kommt man nicht einmal vom Niederberg ins Zentrum von Hangelar, weil es nach der vierten Haltestelle keine Gültigkeit mehr hat. Der nächste Reformbedarf drängt sich auf: Der Ticketpreis sollte sich an der Transport-Entfernung orientieren.

Unzufrieden mit VRS

30.5.2017/ Das Tarifsystem ist vor Jahren wohlmeinend eingeführt worden, erbost allerdings nach wie vor viele Kunden. Obwohl wir als Aufbruch! streng auf Sankt Augustin beschränkt arbeiten, müssen wir uns auf Grund der Klagen der ÖPNV-Kunden mit dem Tarifsystem insgesamt befassen. Und da kommen
wir zu dem Schluss: die Orientierung der Tarife an den kommunalen Grenzen erzeugt grobe Ungerechtigkeiten.Da der Ticketpreis davon abhängt, wo gerade zufällig eine Gemeindegrenze eine Fahrtroute des ÖPNV schneidet, ergibt sich z.B. folgender Befund für ein Einzelticket:

 

  • 1 km Fahrtstrecke kann zwischen 5 ct und 6,33 Euro kosten.
  • Für 4 km können 1,90 €  oder 5,00 € fällig werden.
  • 44 km können 2,80 €  oder 11,30 € kosten.

Auch in Hinsicht hierauf kann man einen Modernisierungsstau feststellen. Denn auch in Hinsicht auf
Tarif-Gerechtigkeit kann das heute allgegen-wärtige GPS und die schon im kleinsten Handy enthaltene elektronisch Landkarte helfen. Gerecht wäre z.B. eine Tarifstufensystematik nach Entfernungs-km (Luftlinie) von der Einstiegshaltestelle aus. Wenn der Fahrkartenautomat (oder die Verkaufsstelle)
eine elektronische Landkarte enthält, lässt sich relativ leicht die Preisstufe ermitteln. An den stationären Automaten könnte zudem eine Landkarte mit konzentrischen Kreisen die Tarifstufen anzeigen. Aber auch die mobilen Automaten in den Fahrzeugen können dies anzeigen, da auch sie dank GPS ihren
Standort recht genau kennen. Jedem auch noch so Unkundigen kann dann zum richtigen Ticket verholfen werden. Das wäre mal ein echter Quantensprung für den Verkehrsverbund.

VRS-Mobilitätsgarantie

Kundenfreundlichkeit oder Mogelpackung

30.5.2017/ Wer hin und wieder den öffentlichen Personenverkehr nutzt, weiß, dass Verspätungen und Ausfälle von Bahn oder Bus an der Tagesordnung sind. Das ist ärgerlich, da man für den Fahrpreis
("Beförderungsentgelt") keine angemessene Leistung bekommt. Aber da hilft die Mobilitätsgarantie im VRS (und anderswo), wenn man sie denn kennt. Allerdings wird für diese Garantie von den Verkehrsunternehmen nur sehr zurückhaltend geworben - man fürchtet wohl, dass es sonst für den VRS teuer werden könnte.

Die Mobilitätsgarantie sagt im Kern folgendes aus: Bei Verspätungen von Bus oder Bahn ab 21 Minuten oder bei deren Total-Ausfall darf man auf Kosten des Verkehrsunternehmens ein Taxi nehmen, wenn man innerhalb dieser Zeitspanne nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterkommt. Ist das nun kundenfreundlichkeit, oder doch eine Mogelpackung?

 

Praxistest:

- Die Erstattungsanträge gibt es an allen Kundenzentren von Bahn, SWB, RSVG

etc. Sie sind problemlos auszufüllen und können mitsamt Taxi-Quittung und Fahrkarten (ggf. Kopie) dort auch wieder abgegeben werden.  

- Die Garantie funktioniert: Nach unseren Erfahrungen werden Erstattungsanträge innerhalb einer Woche problemlos bearbeitet, und das ausgelegte Taxi-Geld geht prompt aufs Konto.

 

- Es gibt nur wenige Ausschlussgründe für die Erstattung: Unwetter, Naturkatastrophen, Streik und Bombendrohungen. Hingegen kommt es nicht darauf an, ob das Verkehrsunternehmen die Verspätung oder den Ausfall selbst verursacht hat. Also auch Verkehrsunfälle, durch Autos blockierte Schienen, ja sogar Terroranschläge auf Bahn oder Bus lösen die Mobilitätsgarantie aus.

 

- Sind an der Haltestelle die aktuellen voraussichtlichen Abfahrtzeiten angekündigt (wie an der Stadtbahn und an einigen Bushaltestellen), kann das Taxi bereits bestellt werden, wenn abzusehen ist, dass innerhalb von 20 min ab Fahrplanzeit keine Bahn/kein Bus kommt.

 

- Man ist nicht verpflichtet, auf einen kurzfristig vom Verkehrsträger organisierten Ersatzverkehr zu warten, da dieser sicher nicht innerhalb von 20 Minuten nach Ausfall der Bahn organisiert und vor Ort ist. Aber
Vorsicht ist geboten, denn es gibt Haken und Ösen:

- Verfügt die Haltestelle nicht über ein Anzeigesystem, bleibt einem nichts anderes übrig, als erst einmal 20 Minuten abzuwarten, ob der Bus nicht vielleicht doch noch kommt, bevor man in der 21. Minute ein Taxi
rufen kann.

- Man muss erst einmal ein Taxi finden. Das ist an zentralen Punkten wie Sankt Augustin-Markt oder Siegburg Busbahnhof in der Regel kein Problem, aber z.B. an der Haltestelle Meindorf-Kirche kann man lange warten. Es empfiehlt sich, ein Handy mit den Nummern der Taxizentralen derjenigen Städte
und Gemeinden dabei zu haben, in denen man häufiger unterwegs ist.

- Die Erstattung ist auf 35 € (nachts 50 €) begrenzt. Das reicht innerhalb von Sankt Augustin oder Siegburg in der Regel sicher aus; wenn aber die Bahnstrecke zwischen Siegburg und Köln gesperrt ist, ist dieser Betrag mit dem Taxi ungefähr in Porz aufgebraucht. Ab dort muss man dann doch das Taxi selber zahlen oder hoffen, dass dort dann wieder Züge fahren.

- Statt Taxi darf man auch den ICE nehmen – sogar ohne Begrenzung der Höhe der Erstattung. Allerdings fährt der ICE bekanntlich weder zwischen Meindorf und Niederpleis und auch nicht zwischen Oberpleis und
Ittenbach oder zwischen Hennef und Troisdorf. Eine reale Möglichkeit ist der ICE innerhalb des VRS nur zwischen Siegburg oder Bonn und Köln-Hauptbahnhof.

- Die Mobilitätsgarantie gilt nur für die jeweilige Linie, nicht aber für den ganzen Reiseweg. Wer also einen Anschluss verpasst, der nur alle 2 Stunden oder noch seltener fährt, hat das Nachsehen.

- Bei Verspätungen im Fernverkehr besteht ein Erstattungsanspruch auf den Fahrpreis unabhängig von den entstandenen Kosten. Im VRS werden dagegen nur die tatsächlich entstandenen Taxikosten erstattet. Es
handelt sich also nicht um eine Preisminderung wegen Nichteinhaltens der im Fahrplan zugesagten Beförderung.

- Die Mobilitätsgarantie gilt nur, wenn beim Beginn der Fahrt die Verspätung auftritt. Bleibt die Bahn unterwegs liegen, greift die Garantie nicht. Bei Halt auf freier Strecke würde sie auch keinen Sinn machen, da man in der Regel sowieso nicht aussteigen kann. Beim Halt an einem Bahnhof kann man aber die Fahrt abbrechen und eine neue Fahrt beginnen wollen, bei der dann die Mobilitätsgarantie wieder gilt.

Neue VRS-Tarifbestimmungen schlechter für die Kunden

6.1.2017/ Zum 1.1.2017 hat der VRS - wie alle Jahre wieder - seine Preise "angepasst", also erhöht; um durchschnittlich“ nur“ 1,4 %, wie der VRS mitteilt. Daneben sind aber auch klammheimlich die Tarifbestimmungen geändert worden, ohne dass das der Öffentlichkeit angemessen - will sagen: frühzeitig - mitgeteilt wurde. Während bis Silvester die Kurzstreckenkarte auch das Umsteigen erlaubte (z.B. von Siegburg Bahnhof bis Menden "Haas" mit der 66 und dem 640), gilt die Kurzstrecke seit Neujahr nur noch ohne Umsteigen. Das bedeutet, dass man für die genannte Strecke statt 1,90 € jetzt die Preisstufe 2a (2,80 €) zu zahlen hat (plus 47 %). Noch drastischer ist der Effekt z.B. bei der Strecke von Bonn, z.B. Pützchen Schule nach Hangelar West (Linien 516/66). Hier ist jetzt der Tarif 2b fällig, das sind mit 3,80 € eine klare Verdopplung des Preises. Zusätzlich war ärgerlich, dass an den SWB-Automaten an den Haltestellen der 66 zunächst noch die "alte" Liste der Kurzstreckenziele aushing. Damit wurde der Fahrgast klar in die Irre geführt. Oder ist etwa die SWB selbst über die Unübersichtlichkeit des eigenen Tarifs gestolpert? Dass die Änderung beim Kurzstreckentarif zwar den Finanzierungsbedarf der Transportunternehmen im ländlichen Raum trifft, aber meilenweit an der wirklichen Welt der VRS-Kunden vorbei zielt, ist inzwischen auch den Kommunalpolitikern aufgegangen, mit deren Zustimmung die neue Regelung überhaupt in die Welt kam. Über alle Fraktionen hinweg will der Rat der Stadt Köln die Anwendung der neuen Bestimmungen im Beritt der Kölner Verkehrsbetriebe aussetzen, bis die Zweckverbandsversammlung des VRS den formalen Beschluss gefasst hat, zur vorherigen Kurzstrecken- Regelung zurückzukehren. Da sich auch in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis der Unmut der Kunden formiert, sollten die neuen Bestimmungen bald Geschichte sein. Bis dahin sollte wie in Köln auch im Gebiet der SWB und der RSVG die Anwendung des neuen Kurzstreckentarifes ausgesetzt werden, das wäre mal ein Akt der kundenfreundlichen Daseinsvorsorge.

 

Und noch in einem anderen Bereich hat sich die Tarifstruktur verschlechtert. Abo-Kunden, deren Abo auch z.B. in Köln gilt (u.a. Job-Tickets), konnten bisher mit dem VRS-Anschluss-Ticket für 3,50 € (neuer Preis 3,60 €) bis nach Düsseldorf oder Wuppertal fahren. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall; es muss das neu geschaffene "Einfach-Weiter-Ticket" für 6,40  € gekauft werden (+ 83 %).

 

Übrigens: Der VRS suggeriert ja immer, dass sich die Tarifstufe nach der Anzahl der Zonen richtet, durch die man fährt. Das ist aber weit gefehlt: Von Menden mit der DB nach Dormagen durchfährt man die Zonen Sankt Augustin, Troisdorf, Köln und Dormagen. Macht in Summe: 4 Zonen. Tatsächlich muss man für die Strecke aber die Tarifstufe 5 zahlen. Nebenbei bemerkt: Von Mogelpackung spricht man, wenn mehr draufsteht, als drin ist. Fazit: Der VRS-Tarif ist nicht nur teuer, sondern auch in weiten Bereichen intransparent und ungerecht. Es wird Zeit für eine grundlegende Tarifreform, die die tatsächliche Entfernung von A nach B berücksichtigt, unabhängig von den Linienführungen und den Gemeindegrenzen.

Was uns der "Buslinien-Aufstand" in Hangelar lehrt

9.12.2016/ Beste Absichten der Buslinien-Planer haben in Hangelar zu unzuträglichen Ergebnissen geführt. Das Ziel der Neuplanung der Buslinien war eine bessere ÖPNV-Anbindung des Hangelarer Zentrums und des alten und neuen Niederberges sowie die Herstellung von Bus-Pünktlichkeit. Teile des Zieles werden vermutlich erreicht, aber der Preis dafür könnte hoch sein. Das haben die von 300-stimmigem Protest gestützten Hinweise auf neu erzeugte Gefahrensituationen durch die neue Linienführung aufgezeigt. Verallgemeinert lautet die Schlussfolgerung aus diesem Lehrstück: Bürger müssen mehr und früher einbezogen werden und mitreden. Dazu müssen Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Vorhaben der Stadt informiert werden, damit sie ihre Betroffenheit, ihr Detail-Wissen und ihr Urteil beitragen können. Es genügt eben in unserem kommunikativen Zeitalter nicht ein Hinweis, der formal das Nötigste an Information bietet - wie etwa bei B-Plan-Verfahren, wo die Beteiligung gesetzlich vorgeschrieben ist. Nein, heute kann per Internet umfassend informiert werden und per E-Mail-Nachricht fortlaufend ein Verfahren begleitet werden. Ein ausbaufähiger Ansatz dazu existiert auf der Homepage der Stadt unter „Aktuelle Infos aus dem Rathaus“. Nur müsste dieses Portal sich nicht so sehr als Nachrichtenbörse über schon Abgeschlossenes verstehen, sondern stattdessen über kommende Vorhaben informieren, also in die Zukunft blicken. Daran müsste ein Baustein angeknüpft sein, der den an einem Vorhaben Interessierten ermöglicht, sich fortlaufend per E-Mail über den Fortgang des Vorhabens ins Bild setzen zu lassen. So etwas ist kein großes Problem. Seine Bewältigung kann - wie das Beispiel Hangelar gezeigt hat - u. U. viel Verärgerung, viel Papier, viel Arbeitszeit der Verwaltung und viel Sitzungszeit der Politiker einsparen. Und so geht Bürgerbeteiligung wirklich.

Weniger Tempo - Mehr Sicherheit

Pleistalstraße

Der Verkehr auf der Pleistalstraße wird stärker, das rabiate Verhalten an der Fußgänger-Ampel in Schmerbroich häufiger, und damit erhöht sich auch das Gefahrenpotenzial für querende Fußgänger und Radfahrer. Das sind nicht nur die Freizeitsportler - die Biker, Walker, Jogger, und Wanderer -, sondern viel mehr noch die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die mit dem Bus zur Schule, zur Uni oder zum Job zwischen Schmerbroich und Siegburg, Bonn, Köln pendeln. Sie alle, aber insbesondere Kinder sind ständig der Gefahr ausgesetzt, durch zu schnell fahrende motorisierte Fahrzeuge, die nicht mehr vor der Ampel zum Stehen kommen können oder es auch nicht wollen, in einen Unfall verwickelt zu werden. Täglich kann man beobachten, dass beschleunigt statt abgebremst wird, wenn die Ampel auf Gelb umspringt. Die Folge: Wer als Fußgänger oder Radler, zum Queren ansetzt, bevor Motorfahrzeuge vor der Ampel erkennbar bremsen und anhalten, riskiert sein Leben.

 

Wir wollen die Situation entschärfen, indem wir versuchen, zwei Maßnahmen durchzusetzen, mit denen der Verkehr in der Ortsdurchfahrt Schmerbroich langsamer und sicherer gemacht werden soll:

  • In die Pleistalstraße soll etwa in Höhe des Ortseingangsschildes (aus Richtung Birlinghoven) eine Verkehrsinsel eingebaut werden.
  • Die Fußgängerampel soll so umgerüstet werden, dass sie zu schnell herannahende Fahrzeuge erkennt und für diese von Grün auf Rot umschaltet.

Die Verkehrsinsel stellt so etwas wie eine optische Bremse dar und ergänzt insofern die Botschaft des Ortseingangsschildes. Die angestrebte neue Steuerung der Ampel hat zwei Effekte: Die Erfahrung, dass nur die angepasste Geschwindigkeit ein flüssiges Fahren ermöglicht, hat einen Lerneffekt zur Folge. Zusätzlich ist sie ein Faktor, der mehr Sicherheit bringen kann.

Wir haben diese Maßnahmen zum Gegenstand eines Antrages an den Umwelt-, Planungs- und Verkehrs-Ausschuss gemacht, und wir hoffen dort auf eine Mehrheit für den Antrag. Allerdings handelt es sich bei der Pleistalstraße um eine Landesstraße, so dass nicht die Stadt die Verfügungsgewalt hat, sondern der Landesbetrieb Straßen NRW. Es gilt also, zunächst einen positiven Beschluss des Umwelt-, Planungs- und Verkehrs-Ausschusses zu erwirken und mit diesem Beschluss auf den Landesbetrieb Druck auszuüben.

Äußerst hilfreich wäre für dieses Unterfangen Ihre Unterstützung. Dafür bieten wir Ihnen die Gelegenheit in zweierlei Weise:

•      Schreiben Sie uns einen Satz an unsere E-Mail-Adresse (aufbruch-fraktion@sankt-augustin.de). Beispiel: „Ich / Wir unterstütze/n das Verlangen, am südlichen Ortseingang von Schmerbroich eine Verkehrsinsel in die Straße zu bauen und das Verlangen, die Steuerung der Fußgänger-Ampel in Schmerbroich dahingehend zu verändern, dass Grün nur für Fahrzeuge geschaltet wird, die die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten.“

 

•      Sie können stattdessen auch die PDF-Datei ausdrucken, ausfüllen und in die an der Bushaltestelle bereitgestellte Box stecken.

Wenn Sie unser Anliegen unterstützen, können Sie unseres Dankes gewiss sein. Und keine Angst! Ihre Daten werden von uns nicht für andere Themen / Zwecke genutzt.

Unterstützer.pdf
PDF-Dokument [19.8 KB]

Einrichtung von Tempo-30-Zonen wird erleichtert

17.10.2016/ Ein Unfallschwerpunkt musste bisher nachgewiesen werden, wenn auf einer Hauptverkehrsstraße eine Tempo-30-Strecke eingerichtet werden sollte. Kritiker dieser Hürde brachten es stets auf die Formel "Muss denn zuerst ein Kind auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Kindertagesstätte oder ein alter Mensch vor seinem Seniorenheim überfahren werden, bevor Tempo 30 ausgeschildert werden darf?" Nach den kürzlich gefassten entsprechenden Änderungsbeschlüssen von  Bundeskabinett, Bundestag und Bundesrat soll das jetzt anders werden. Künftig sollen Länder und Kommunen auch ohne den Nachweis eines Unfallschwerpunktes 30 km/h Tempolimits auf Hauptverkehrsstraßen in "sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern" einrichten dürfen. Gemeint sind Schulen, Kinder-Betreuungseinrichtungen, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser an Hauptverkehrsstraßen. "Auf diese Chance haben wir in den Städten und Gemeinden schon lange gewartet", freut sich Edmund Heikaus, sachkundiger Bürger des Aufbruch! im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt. "Damit wird eine Lösung für die paradoxe Situation geschaffen, die wir in Niederpleis noch immer haben, aber bald ändern dürfen. In der Schulstraße war bekanntlichTempo 30 eingerichtet, solange dort die Grundschule in Betrieb war, aber die Tempo-30-Schilder mussten auf Grund der bisherigen Gesetzeslage abgebaut werden, sobald nur noch der Kindergarten auf dem Gelände war. Als ob ein fast sechsjähriges Kindergarten-Kind immer brav an der Hand von Mutti oder Vati ginge und deshalb keinen Schutz durch Tempo 30 brauchte, während ein gerade sechsjähriger Erstklässler hochgradig gefährdet wäre."  Die Umsetzung dieser Maßnahmen der StVO obliegt den Straßenverkehrsbehörden der Länder. Jetzt ist die spannende Frage, wann NRW die Umsetzung vollzieht, so dass die Stadt handeln darf.

Wieviel Lärm beschert uns der Flughafen Köln/Bonn?

17.4.2014/ Die „Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e. V.“ hat dazu im März 2014 die vom Flughafen Köln/Bonn selbst herausgegebene Statistik in die Form einer Grafik gebracht und in ihrem Mitglieder-Rundbrief veröffentlicht. Erfasst sind bei den jährlichen Flugbewegungen die Jahre 1990 bis 2013 und bei den Jahres-Dauerschallpegeln die Jahre 2002 bis 2013 an insgesamt zwölf Mess-Stationen (für Sankt Augustin von Interesse: MP 8, Siegburg). Zu erkennen ist, dass zwar die Anzahl der Nachtflüge vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2013 abgenommen hat (13%), aber der immitierte Lärm in der Tendenz zunehmend war - in 2013 sogar außergewöhnlich stark zunehmend. 

Der Aufbruch! fordert genau wie die Lärmschutzgemeinschaft und lokale Lärmschutz-Initiativen ein Verbot von Nachtflügen zwischen 23:00 Uhr abends und 06:00 Uhr morgens. Die große Koalition in Berlin hätte es jetzt in
der Hand, die Landesregierung NRW zu diesem Schritt zu autorisieren. Wird sie es tun?

Parken im Zentrum zunehmend problematisch

Konzept muss her

6.2.2014/ Immer mehr Stellplätze für den ruhenden Verkehr gehen im Zentrum Sankt Augustins verloren, und Parken wird für so manchen zum allmorgendlichen Suchspiel. Eine Parkraum-Konzeption muss dringend erstellt und in die Tat umgesetzt werden.

 

Die bis vor kurzem zum Parken benutzten freien Flächen zwischen Hochschule und Rhein-Sieg-Gymnasium sind zum einen Teil für HUMA-Kunden reserviert, zum anderen Teil werden sie in naher Zukunft Zug um Zug bebaut (Erweiterungsbau der Hochschule, Studentenwohnungen). Der Schotterparkplatz zwischen Rathaus / Konrad-Adenauer-Stiftung und Finanzamt, wird in Bälde mit Bauten für Seniorenwohnen und Pflegeeinrichtungen belegt. Der ehemalige HUMA-Parkplatz vor dem früheren Haupteingang wird mit der HUMA-Erweiterung bebaut. Einen ordentlichen P&R-Parkplatz mit hinreichender Kapazität gibt es nach wie vor nicht. Eine Konzeption für die Unterbringung des ruhenden Verkehrs und ein Parkleitsystem ist zwar vom Stadtrat ausdrücklich gewünscht. Aber mit einem Parkraum-Konzept kann nicht aufgewartet werden, bis der neue HUMA und das Leitsystem fertiggestellt sind. Denn wenn erst einmal der ins Zentrum strebende Verkehr auf den Straßen dorthin zum Stehen gekommen ist, werden sich die Verkehrs- und
Käuferströme anders orientieren, nämlich an “Staugustin“ vorbei. Was tun? Zumindest ist jetzt der Punkt erreicht, dass auf derzeit brachliegenden Flächen zunächst ersatzweise ein vorläufiges Stellplatzangebot geschaffen werden muss. Dazu drängt sich das große, seit Jahren ungenutzte Grundstück im Geviert zwischen Bahnlinie, Arnold-Janssen-Straße, Polizeigebäude und GMD-Gebäude geradezu auf. Durch solch eine Maßnahme kann Planungsspielraum gewonnen werden, bis auf längere Sicht in einem mehrgeschossigen Parkhaus in zentraler Lage ausreichend Stellplätze geschaffen werden können. Es sollte kein Tabu sein, darüber ernsthaft nachzudenken.

S-Bahn-Halt in Buisdorf?

19.2.2013/ Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Idee in der Welt einen S-Bahn-Haltepunkt in Buisdorf einzurichten, von dem aus man zügig nach Bonn oder Köln gelangen kann. Auch die Stadt Sankt Augustin hatte sich die Idee zu eigen gemacht. Leider hat die Bahn der Idee keine Chance gegeben; sie fand das Fahrgast-Potenzial im Einzugsgebiet lohne nicht die Investition.

 

Warum die Bahn kurzsichtig denkt, und warum ein S-Bahn-Haltepunkt in Buisdorf sinnvoll und notwendig ist: Die Bevölkerung im engeren Einzugsgebiet ist durch neue Wohnsiedlungen gewachsen.

 

Die Bahn hat von Anfang an den Fehler gemacht, den Einzugsbereich nur in Buisdorf und Stoßdorf zu sehen. Einbezogen werden muss aber auch ein Teil von Niederpleis, und auch mit einem Zustrom aus dem Pleistal muss gerechnet werden.

 

Es kommt dazu, dass die Pendlerströme nach Bonn und Köln über die Straßen längst nicht mehr staufrei abzuwickeln sind. Würde es da nicht so mancher, der nach Köln pendelt, vorziehen, in Buisdorf auf die S-Bahn umzusteigen? (Gerade eben hat die IHK Bonn die Erweiterung der A 565 zwischen Lengsdorf und Nordbrücke sowie der A 59 gefordert.) Die nächsten Haltepunkte, Hennef und Siegburg, sind reichlich weit entfernt und sind für die in Frage kommenden Fahrgäste nicht attraktiv. Morgens zu den bereits längst nicht mehr ausreichenden Parkplätzen am Siegburger Bahnhof zu gelangen, ist auch kein Spaß.



Stau-Vermeidung auf der Abfahrt A 560 - B 56n

5.10.2012/ Fährt man auf der A 560 von der Auffahrt Buisdorf oder Mülldorf aus Richtung Autobahndreieck Sankt Augustin und verlässt die A 560 vor dem Autobahndreieck, also bei der Abfahrt Sankt Augustin Nord, um von dort zu Blumen Breuer oder Metro zu gelangen, erlebt man täglich eine eigentlich vermeidbare Stausituation. Der in Spitzenzeiten größere Stau ergibt sich daraus, dass die genannte Abfahrt nur je einen Fahrstreifen nach rechts auf die Nordumfahrung Siegburg in Richtung Much und einen Fahrstreifen nach links in Richtung Breuer / Metro hat. Der linke Streifen ist viel höher frequentiert als der rechte. Dass auf dem linken Streifen mit einer höheren Frequenz gerechnet wird als auf dem rechten, zeigt sich daran, dass dieser Linksabbieger-Streifen dann auf der Nordumfahrung SU (= B 56n = Verlängerung Einsteinstraße) als zwei Fahrstreifen weitergeführt wird.

Umsichtige Autofahrer stellen sich auf den letzten Metern des Linksabbiegers jetzt schon immer in Doppelreihe auf, so dass mehr Autos während der sehr kurzen Grünphase die Stelle passieren können. Ortskundige münden dann gleich in die richtige Spur zur Weiterfahrt zu Breuer oder zur Metro ein.

Die Doppel-Aufstellung funktioniert aber nur für die ca. drei Kfz, die direkt vor der Ampel stehen, weil dort der Fahrstreifen aufgeweitet ist; davor ist er durch eine Leitplanke zu stark verengt, um eine Doppelreihe zu erlauben. Und es funktioniert nur, wenn alle mitdenken und sich entsprechend der gewünschten Weiterfahrt aufstellen.

 

Es könnten also viel mehr Autos in einer Grünphase die Ampel passieren, wenn durch zwei kleine Eingriffe die Doppelaufstellung über einen längeren Abschnitt ermöglicht würde.

 

Abhilfe: Geringfügiges Zurückversetzen der Leitplanke und neue Markierung, die eine Doppelaufstellung ausdrücklich nahelegen würde. Dafür könnte beim Landesbetrieb Straßen NRW vielleicht gerade noch genug Geld übrig sein.



Lärm - der unterschätzte Krankmacher

Lärmaktionsplan Sankt Augustin

Umgebungslärm ist wohl der meistverkannte Krankmacher unserer Zeit. Nervöse Störungen, Bluthochdruck und Herz-Rhythmusstörungen sind die bekanntesten Erkrankungen, die durch Lärm-Einwirkung ausgelöst werden, besonders wenn der Lärm nachts einwirkt und dadurch den Schlaf stört. Dem hat auch die EU mit einer Richtlinie Rechnung getragen, die mittlerweile auch Eingang in deutsches Recht gefunden hat. Erste Ergebnisse liegen in Form des Lärmaktionsplanes Stufe 1 inzwischen vor (kann hier im Detail nachgelesen werden).

 

Der vorliegende „Lärmaktionsplan für die Stadt Sankt Augustin“, erstellt nach den Vorgaben der einschlägigen Gesetze und Verordnungen, zeigt zwar eine Lärmbelastung für erhebliche Teile des Stadtgebietes und die dort lebenden Menschen auf, zeigt aber wenig Planung für Aktionen zum Lärmschutz oder besser zur Lärm-Minderung auf. Das ist allerdings der Stadt nicht anzulasten, denn ihr obliegt für die in Stufe 1 erfassten großen Lärmquellen keinerlei Zuständigkeit. Die Zuständigkeit liegt beim Bund (Autobahnen, Bundesstraßen, Schienestrecken, Flughäfen). Erstaunlich sind die Ergebnisse der Lärm-Erfassung:

 

Durch den Straßenverkehr der Autobahnen und Bundesstraßen sind in Sankt Augustin 1600 Wohnungen auf rund 17 qkm mit 55 - 65 dB(A) Dauerschallpegel belastet.

 

Durch Schienenverkehr der Strecke Bonn - Troisdorf werden mehr als 1660 Wohnungen auf rund 8,5 qkm mit 55 - 65 dB(A) Dauerschallpegel belastet.

 

Durch den Flugverkehr von Köln / Bonn werden nur 8 Wohnungen auf 0,35 qkm (nur nord-östliche Teile von Buisdorf) mit 55 -65 dB(A) belastet.

 

Viele Sankt Augustiner können ein Liedchen davon singen, dass sie nachts vom Fluglärm insbesondere der großen Frachtflugzeuge im Schlaf gestört werden. Umso erstaunlicher, dass im Ergebnis der Lärmuntersuchung diese Belästigung und Belastung nicht erscheint. (Vermutlich liegt dieser für Betroffene unverständliche Befund an der Messmethode. Hier wird nämlich mit dem Dauerschallpegel gearbeitet, in dem die einzelnen Lärmereignisse zu einem Lärmdurchschnitt über 24 Stunden verrechnet werden. (Platte Erklärung: Hat eine Person die Füße in Eiswasser und sitzt auf einer heißen Herdplatte, muss man dieser Person eine im Durchschnitt angenehme Temperatur bescheinigen.) Wichtig zu wissen: Erst in der 2. Stufe der Lärmkartierung, die bis Mitte 2012 abzuschließen ist, werden weniger lärmträchtige Verkehrswege untersucht (Schienenstrecken mit über 30-000 Zügen pro Jahr, klassifizierte Straßen, also Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, mit mehr als 3 Mio. Kfz pro Jahr). Interessant für Sankt Augustiner im Umfeld des Verkehrslandeplatzes Hangelar: Dieser spielt bei der Lärm-Kartierung und Lärm-Aktionsplanung überhaupt keine Rolle. Das gilt es aber zu ändern, und das können wir ändern, denn nach unserer Ansicht stellen die gesetzlichen Regelungen zur Lärm-Aktionsplanung nur einen Mindeststandard dar, über den wir jedoch freiwillig hinausgehen können.