Natur- und Umweltschutz

Was tun für Insekten und Vögel in Sankt Augustin?

11.5.2018/ "Vogelpapst" Prof. Berthold äußert in einem aktuellen Interview die Befürchtung - verkürzt gesagt - dass unsere wild lebenden Vögel verhungern bzw. dass sie ihren Nachwuchs gar nicht mehr oder nur mangelhaft ernähren können. Deshalb empfiehlt er die ganzjährige Fütterung. Warum sollen Vögel heute nicht können, was sie früher konnten? Die Antwort vereinfacht gesagt: Die Nahrungsketten brechen ein. Zur Jungvogel-Aufzucht brauchen Vögel fett- und eiweißreiches Futter, nämlich Insekten. Die Zahl der Insekten nimmt ab. Sind zu wenige Insekten vorhanden, müssen die Altvögel auf Sämereien zurückgreifen. Wenn aber immer weniger Samen von Wildkräutern zu finden sind, gibt es auch weniger Vogelnachwuchs. Und weniger Wildpflanzen bedeutet auch zudem weniger Insekten. Ohne Insekten werden viele Kulturpflanzen nicht bestäubt, und folglich bilden sie keine Früchte aus. Platt gesagt: Ohne Insekten keine Äpfel, keine Birnen, keine Kirschen. Was tun? Jeder kann privat etwas tun. Hier nur drei simple Maßnahmen: 1) Vögel ganzjährig füttern, 2) im Garten oder auf dem Balkon solche Pflanzen verwenden, die Insekten Futter bieten, 3) betrifft Hauseigentümer: darauf verzichten, Grünflächen durch pflegeleichte Schotter- oder Pflasterflächen zu ersetzen. - Was darüber hinaus die Stadt für Insekten und Vögel tut und noch mehr tun kann, bringen wir gerade durch eine Anfrage in Erfahrung. Ergebnisse demnächst hier auf unserer Homepage.

Seerosenteich auf gutem Weg zu alter Schönheit

24.11.2017/ Wer zur Zeit den Teich aufsucht und nach Seerosen Ausschau hält, sieht nur eine schlammige Vertiefung im Gelände mit abgebrochenen armdicken Ästen und Unrat darin und hier und da ein auf dem Schlamm liegendes Seerosenblatt. Auf Grund dieses Anblickes mag man nicht glauben, dass die Fachleute dem Teich eine gute Entwicklung bescheinigen. Verstehen kann man dieses fachliche Urteil nur, wenn man den Teich über die letzten Jahre im Wechsel der Jahreszeiten beobachtet hat. Im Sommer 2016 war nämlich von den Seerosen, die früher einen großen Teil des Teiches bedeckten, nichts zu sehen; stattdessen war die ganze Teichoberfläche mit Wasserlinsen bedeckt, und diese nahmen den Seerosen komplett das Licht, das diese als Wachstumsimpuls brauchen. Im Winter 2016/17 wurden deshalb verschiedene Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, deren Ziel es war, die Wasserqualität zu verbessern und dafür den Faulschlamm am Teichgrund zu reduzieren. Eine komplette Entschlammung hätte über 200.000 Euro gekostet, was die Stadt nicht hätte investieren können. Im Rahmen des Projektes „chance 7 - chance natur“ stehen aber jetzt Finanzmittel zur Verfügung, um billigere Ersatzmaßnahmen durchführen zu können. Dazu gehören drei Maßnahmen: komplette Entleerung des Teiches, Bestreuen des Schlammes mit Brandkalk und Fällung von umstehenden Bäumen, um den Eintrag von Laub in den Teich zu verringern. Denn dieses Laub ist zum größten Teil für die Schlammbildung verantwortlich.  Der Erfolg der Maßnahmen wurde im Sommer 2017 sichtbar.  Nach dem erneuten Aufstauen zeigte sich der Teich ein gutes Stück gesundet. Derzeit findet eine erneute "Winterung" statt. Mit Hilfe des Bandkalkes wird erneut Schlamm abgebaut, und dieser Prozess wird noch einige Male wiederholt. Im weiteren Verlauf werden noch weitere Bäume gefällt werden und das eine oder andere Stück Unrat entnommen werden müssen. Dann wird in ein paar Jahren der Teich wieder zu seiner alten Schönheit zurückgefunden haben.

Teichsanierung hat begonnen

Seerosenteich in Birlinghoven

14.12.2016/ Ein jammervolles Bild bietet der früher so idyllische Seerosenteich am Rande von Birlinghoven. Das ist der jetzt begonnenen Sanierung geschuldet. Der erste Schritt zur Sanierung war schon länger gemacht, nämlich das Fällen von großen Laubbäumen rund um den Teich. Deren Blattwurf hat über die Jahre große Massen von Biomasse in den Teich befördert, die am Boden des Gewässers zu einer dicken Schlammschicht geworden ist. Diesem Schlamm, der in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren eine Tendenz zum übel riechenden Faulschlamm entwickelt hatte, wird gerade zu Leibe gerückt. Das geht nur, wenn der Teich entwässert ist. Damit das Schlamm-Problem in Zukunft nicht mehr auftritt, wird auch der früher vorhandene "Mönch" wieder errichtet. Der ermöglicht nämlich die regelmäßige Entschlammung des Teiches.

Zusätzlich zur Sanierung wird eine weitere Maßnahme durchgeführt werden, die den Charakter des Teich-Umfeldes verändern soll. Der Staudamm soll erhöht werden. Dadurch wird der Wasserspiegel erhöht und die Teichfläche vergrößert. Zudem wird Teichwasser in Muldenbereiche neben dem Teich eindringen und dort neue Feuchtezonen schaffen. Eine Erhöhung der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich soll dadurch zustande kommen. Für dieses Ziel muss jetzt nur für eine Weile der Teich als Baustelle ertragen werden.

Seerosenteich wird wieder

10.11.2016/ Dem am Nordrand von Birlinghoven gelegenen Seerosen-Teich ist wieder Luft verschafft worden. Im Rahmen des Projektes "chance natur - chance 7" sind im großen Stil Bäume gefällt worden. Dadurch wird das Wasser des Teiches erheblich weniger mit dem Laubfall der umstehenden Bäume belastet werden, und dem Teich wird weniger der "Erstickungstod" drohen. In den letzten zehn Jahren war der Teich immer mehr heruntergekommen. Aus dem idyllischen Flecken war ein manchmal übel riechendes  z.T. mit Unrat gefülltes Gewässer geworden. Es wäre schön, wenn wieder das Juwel daraus würde, das vielen Spaziergängern als Platz zum Seele-Baumeln-Lassen gedient hat. Die Rodungen könnten dazu ein guter Anfang sein.

Grünes C - Das verkannte Projekt

von Wolfgang Köhler

25.2.2015/ Viel ist das Grüne C kritisiert worden, und jetzt ist es auch noch Objekt von Satire geworden. Kritik, Schelte und Spott treffen das Grüne C teilweise zu recht, weil manches übertrieben und manches misslungen ist. Aber das Positive überwiegt bei weitem!

Lassen Sie uns einmal zurück schauen: Das Grüne C ist ein Teilprojekt der "Regionale 2010" in der Region Köln/Bonn.  Beteiligt waren die Städte Köln, Bonn und Leverkusen und die Kreise Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Sieg-Kreis. Das Motto der Regionale war "Brückenschläge". Sie wurde 2009 vom Bundesverkehrsministerium mit dem Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur ausge​​​zeichn​et​.​ ​In der Region Bonn / Rhein-Sieg wurde unter dem Namen "Grünes C" der Brückenschlag zwischen den linksrheinischen Natur-Erlebnisräumen (und Kulturräumen) von Bonn, Alfter und Bornheim ​und den entsprechenden rechtsrheinischen Räumen von Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin unternommen. Nicht nur symbolisch wurde eine Brücke über den Rhein geschlagen, sondern auch materiell​ in Form von aufeinander abgestimmten Fuß- und Rad-Verkehrswegen, Beschilderungen und Markierungselementen. Der eigene Lebensraum, die Heimat sollte erwanderbar, erfahrbar und dadurch ​bewusst und wertgeschätzt werden.

 

​Nun zur Kritik:

Manches ist unschön - aber haltbar (Beton). Manches ist eher überflüssig (neue Brücke über den Pleisbach), manches irreführend (Wegweiser und Kilometrierung im Boden) . Manches​ ist in seiner Funktion nicht klar (C-förmige Betonelemente, die fälschlich für Bänke gehalten werden). Und insgesamt ist das Grüne C verdammt teuer​ - angesichts der heutigen Finanzlage der beteiligten Kommunen eher zu teuer​.

​Das alles hätten die Mitglieder des Stadtrates, die das Grüne C in seiner Ausgestaltung beschlossen haben, in fast allen Einzelheiten wissen können und müssen. Denn es gab dazu eine über 100 Seiten starke Darstellung mit viel Text und aussagekräftigen Bildern. Entweder haben die Ratsmitglieder ihre Unterlagen nicht gründlich genug durchgearbeitet oder es hat ihnen an der Fähigkeit gemangelt, sich die Pläne in der Realität vorzustellen. ​Mir ging das so. Ich habe mich gründlich informiert, aber wie es auf dem Papier stand, habe ich mir die Realität ganz anders vorgestellt.

 

Eins haben Stadtverwaltung und Stadtrat ohne Zweifel versäumt, nämlich eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Wäre das Grüne C in der Planungsphase genau so mit Bürgerforen begleitet worden wie der Masterplan Urbane Mitte, dann wäre das Ergebnis der Planung ein anderes geworden und die Akzeptanz in der Bevölkerung eine höhere. ​Bei aller berechtigter Kritik sei hier ​aber ​​noch ​einmal unmissverständlich festgestellt: ​Die Wegeführung, die Akzentuierungselemente und die Info-Tafeln bringen viele Schätze des Naturraumes, der Kultur-, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte in unser Blickfeld  und lassen uns unsere Heimat ganz neu erleben. Fazit: Das Positive überwiegt ​beim Grünen C ​bei weitem!​​

Bundestag will auf Papier verzichten - Stadtrat auch

Agenda 21

Der Aufbruch! versteht den Umweltschutz und eine konsequente lokale Agenda-Politik als wesentliche Querschnittsaufgabe. Deswegen nimmt sich der Aufbruch! der Belange des Umweltschutzes und der Agenda 21 besonders an. Wir lehnen die Opferung ökologischer und sozialer Vernunft zugunsten angeblich „höherer" oder „übergeordneter" Notwendigkeiten ab. Die lokale Agenda 21 soll bewusst auf alle Bereiche der künftigen Lebensweise mit dem Ziel der nachhaltigen Deckung der Grundbedürfnisse aller Menschen sowie der Verbesserung der Lebensqualität ausgedehnt werden. Dazu muss der abge-brochene Prozess der Lokalen Agenda 21 wiederbelebt werden.

 

Ziel des Aufbruch! ist es, in den Bereichen Arbeit, Umwelt, Soziales und Kooperation in der einen Welt ein verzahntes Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Sankt Augustin als Teil der globalisierten Welt zu verwirklichen.

Der Aufbruch! fordert den Ausbau des lokalen Agenda-Prozesses hin zu einer aktiven Einbeziehung aller BürgerInnen sowie aller Vereine, Verbände, Kirchen und Interessengruppen.

 

Energie und Klimaschutz

Das Klima zu schützen ist nicht nur eine globale Aufgabe, sondern auch ein lokales Anliegen. Schonender Umgang mit Energie ist praktizierter Klimaschutz und in Zeiten explodierender Energiepreise außerdem ein aktiver Beitrag zur Sanierung der städtischen Finanzen. Dabei muss die Stadt vorbildhaft vor-angehen. Vordringliche Aufgaben sind die Reduzierung des Energie-Verbrauches in den städtischen Gebäuden und bei der Straßen-Beleuchtung sowie die auf sparsamen Energie-Verbrauch gerichtete Unterweisung des Personals. Daneben ist eine Solar-Nutzung möglichst vieler Dachflächen zur Erzeugung von Heizungswärme oder elektrischer Energie zu fördern. Die Stadt muss diese Ziele als vordringliche Aufgaben im Rahmen der sparsamen Haus-haltsführung und im Sinne ihres lokalen Beitrages zum globalen Klimaschutz akzeptieren und zur obersten Priorität erheben.