Natur- und Umweltschutz

Klima? Wo ist das Problem?

15.10.2019/ Wenn wir CDU und FDP und Linken beim Thema Klima zuhören, lässt sich deren Position etwa so zusammenfassen: "Das Klima scheint etwas aus den Fugen zu sein - bewiesen ist das nicht -wir als Stadt müssen deshalb aber nicht den Notstand ausrufen. Denn wir allein können doch nichts ausrichten. Und Gesamt-Deutschland hat doch an den CO2-Immissionen weltweit nur

2 % Anteil. Außerdem wird uns schon die Bundesregierung sagen, was wir tun müssen oder nicht zu tun brauchen."

 

Der Aufbruch! meint: Das ist deutlich zu kurz gesprungen. Schon in der Konferenz von Rio de Janeiro 1992 hat sich Deutschland in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag namens "Agenda 21" dazu verpflichtet, Nachhaltigkeit anzustreben in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Dieser Vertrag enthält die Pflicht, dass alle Ebenen des Staates an der Erreichung des Nachhaltigkeitszieles zu beteiligen sind. Und gerade eben hat die Bundeskanzlerin (sinngemäß) bekundet "Wenn wir nur so weiter machen wie bisher, können wir die in Paris vereinbarten Klimaziele nicht erreichen." Aus dieser Erkenntnis ist das "Klimapaket" entstanden, das man als unzureichend kritisieren kann, aber darin sind auch die Kommunen in die Pflicht genommen. Zugegeben, Sankt Augustin tut schon viel für den Klimaschutz. Wie könnte es uns als Stadtrat dann weh tun, wenn wir dem beipflichteten, was die Regierungschefin gesagt hat? Dass wir nämlich in einer ernsten Klimakrise sind - weltweit, in Deutschland und auch in Sankt Augustin. Es bräche uns kein Zacken aus der Krone, wenn wir sagten "Viel tun ist nicht genug! Es muss noch mehr sein. Es geht doch um die Bewahrung eines Zustandes auf der Erde, der unseren Kindern und Enkeln noch ein lebenswertes Leben ermöglicht. Unseren kleinen Beitrag dazu wollen wir als Stadt Sankt Augustin leisten."

 

 Mikroplastik vermieden

Kluge Sportverwaltung - kluge Politik

22.5.2019/ Ohne dass das Wort "Mikroplastik" und das Material selbst vor Jahren schon bekannt gewesen wäre, hat eine kluge Sankt Augustiner Sportverwaltung zusammen mit einer ökologisch gepolten Politik bei den Kunstrasen-Sportplätzen damals richtig entschieden. Als Füllmaterial zwischen den Plastik-Fäden der Kunstrasenplätze wurde Sand gewählt; Kunststoff-Granulat wurde kategorisch ausgeschlossen. Das wird sich jetzt finanziell lohnen. Denn wie aktuell bekannt geworden ist, soll ab 2021 das Inverkehrbringen von "bewusst zugesetztem" Mikroplastik verboten werden. Gemeint ist damit auch das als Füllstoff auf Kunstrasenplätzen verwendete Kunststoff-Granulat.

Wie der Städte- und Gemeindebund NRW am 20. Mai 2019 mitteilte, hat die "European Chemical Agency" nach Beauftragung durch die EU-Kommission und entsprechenden Untersuchungen einen Beschränkungsvorschlag veröffentlicht. Danach soll das Inverkehrbringen von bewusst zugesetztem Mikroplastik verboten werden. Bisher sind keine Übergangsfristen definiert, und somit würde das Verbot 2021 in Kraft treten. Damit ergeben sich für Sportstätten, die Kunststoff-Granulat als Füllstoff verwendet haben, hohe Investitionskosten, um dieses Granulat durch Sand zu ersetzen. Laut Städte- und Gemeindebund NRW rechnen der DFB und der Deutsche Olympische Sportbund in Deutschland mit einer zwei- bis dreistelligen Millionensumme. Sankt Augustin ist fein raus, weil hier Sand als Füllstoff durchgesetzt wurde. Kluge Politik und kluge Verwaltung ist eben nachhaltig und zahlt sich aus.

Was tun für Insekten und Vögel in Sankt Augustin?

11.5.2018/ "Vogelpapst" Prof. Berthold äußert in einem aktuellen Interview die Befürchtung - verkürzt gesagt - dass unsere wild lebenden Vögel verhungern bzw. dass sie ihren Nachwuchs gar nicht mehr oder nur mangelhaft ernähren können. Deshalb empfiehlt er die ganzjährige Fütterung. Warum sollen Vögel heute nicht können, was sie früher konnten? Die Antwort vereinfacht gesagt: Die Nahrungsketten brechen ein. Zur Jungvogel-Aufzucht brauchen Vögel fett- und eiweißreiches Futter, nämlich Insekten. Die Zahl der Insekten nimmt ab. Sind zu wenige Insekten vorhanden, müssen die Altvögel auf Sämereien zurückgreifen. Wenn aber immer weniger Samen von Wildkräutern zu finden sind, gibt es auch weniger Vogelnachwuchs. Und weniger Wildpflanzen bedeutet auch zudem weniger Insekten. Ohne Insekten werden viele Kulturpflanzen nicht bestäubt, und folglich bilden sie keine Früchte aus. Platt gesagt: Ohne Insekten keine Äpfel, keine Birnen, keine Kirschen. Was tun? Jeder kann privat etwas tun. Hier nur drei simple Maßnahmen: 1) Vögel ganzjährig füttern, 2) im Garten oder auf dem Balkon solche Pflanzen verwenden, die Insekten Futter bieten, 3) betrifft Hauseigentümer: darauf verzichten, Grünflächen durch pflegeleichte Schotter- oder Pflasterflächen zu ersetzen. - Was darüber hinaus die Stadt für Insekten und Vögel tut und noch mehr tun kann, bringen wir gerade durch eine Anfrage in Erfahrung. Ergebnisse demnächst hier auf unserer Homepage.

Grünes C - Das verkannte Projekt

von Wolfgang Köhler

25.2.2015/ Viel ist das Grüne C kritisiert worden, und jetzt ist es auch noch Objekt von Satire geworden. Kritik, Schelte und Spott treffen das Grüne C teilweise zu recht, weil manches übertrieben und manches misslungen ist. Aber das Positive überwiegt bei weitem!

Lassen Sie uns einmal zurück schauen: Das Grüne C ist ein Teilprojekt der "Regionale 2010" in der Region Köln/Bonn.  Beteiligt waren die Städte Köln, Bonn und Leverkusen und die Kreise Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Sieg-Kreis. Das Motto der Regionale war "Brückenschläge". Sie wurde 2009 vom Bundesverkehrsministerium mit dem Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur ausge​​​zeichn​et​.​ ​In der Region Bonn / Rhein-Sieg wurde unter dem Namen "Grünes C" der Brückenschlag zwischen den linksrheinischen Natur-Erlebnisräumen (und Kulturräumen) von Bonn, Alfter und Bornheim ​und den entsprechenden rechtsrheinischen Räumen von Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin unternommen. Nicht nur symbolisch wurde eine Brücke über den Rhein geschlagen, sondern auch materiell​ in Form von aufeinander abgestimmten Fuß- und Rad-Verkehrswegen, Beschilderungen und Markierungselementen. Der eigene Lebensraum, die Heimat sollte erwanderbar, erfahrbar und dadurch ​bewusst und wertgeschätzt werden.

 

​Nun zur Kritik:

Manches ist unschön - aber haltbar (Beton). Manches ist eher überflüssig (neue Brücke über den Pleisbach), manches irreführend (Wegweiser und Kilometrierung im Boden) . Manches​ ist in seiner Funktion nicht klar (C-förmige Betonelemente, die fälschlich für Bänke gehalten werden). Und insgesamt ist das Grüne C verdammt teuer​ - angesichts der heutigen Finanzlage der beteiligten Kommunen eher zu teuer​.

​Das alles hätten die Mitglieder des Stadtrates, die das Grüne C in seiner Ausgestaltung beschlossen haben, in fast allen Einzelheiten wissen können und müssen. Denn es gab dazu eine über 100 Seiten starke Darstellung mit viel Text und aussagekräftigen Bildern. Entweder haben die Ratsmitglieder ihre Unterlagen nicht gründlich genug durchgearbeitet oder es hat ihnen an der Fähigkeit gemangelt, sich die Pläne in der Realität vorzustellen. ​Mir ging das so. Ich habe mich gründlich informiert, aber wie es auf dem Papier stand, habe ich mir die Realität ganz anders vorgestellt.

 

Eins haben Stadtverwaltung und Stadtrat ohne Zweifel versäumt, nämlich eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Wäre das Grüne C in der Planungsphase genau so mit Bürgerforen begleitet worden wie der Masterplan Urbane Mitte, dann wäre das Ergebnis der Planung ein anderes geworden und die Akzeptanz in der Bevölkerung eine höhere. ​Bei aller berechtigter Kritik sei hier ​aber ​​noch ​einmal unmissverständlich festgestellt: ​Die Wegeführung, die Akzentuierungselemente und die Info-Tafeln bringen viele Schätze des Naturraumes, der Kultur-, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte in unser Blickfeld  und lassen uns unsere Heimat ganz neu erleben. Fazit: Das Positive überwiegt ​beim Grünen C ​bei weitem!​​

Bundestag will auf Papier verzichten - Stadtrat auch

Agenda 21

Der Aufbruch! versteht den Umweltschutz und eine konsequente lokale Agenda-Politik als wesentliche Querschnittsaufgabe. Deswegen nimmt sich der Aufbruch! der Belange des Umweltschutzes und der Agenda 21 besonders an. Wir lehnen die Opferung ökologischer und sozialer Vernunft zugunsten angeblich „höherer" oder „übergeordneter" Notwendigkeiten ab. Die lokale Agenda 21 soll bewusst auf alle Bereiche der künftigen Lebensweise mit dem Ziel der nachhaltigen Deckung der Grundbedürfnisse aller Menschen sowie der Verbesserung der Lebensqualität ausgedehnt werden. Dazu muss der abge-brochene Prozess der Lokalen Agenda 21 wiederbelebt werden.

 

Ziel des Aufbruch! ist es, in den Bereichen Arbeit, Umwelt, Soziales und Kooperation in der einen Welt ein verzahntes Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Sankt Augustin als Teil der globalisierten Welt zu verwirklichen.

Der Aufbruch! fordert den Ausbau des lokalen Agenda-Prozesses hin zu einer aktiven Einbeziehung aller BürgerInnen sowie aller Vereine, Verbände, Kirchen und Interessengruppen.

 

Energie und Klimaschutz

Das Klima zu schützen ist nicht nur eine globale Aufgabe, sondern auch ein lokales Anliegen. Schonender Umgang mit Energie ist praktizierter Klimaschutz und in Zeiten explodierender Energiepreise außerdem ein aktiver Beitrag zur Sanierung der städtischen Finanzen. Dabei muss die Stadt vorbildhaft vor-angehen. Vordringliche Aufgaben sind die Reduzierung des Energie-Verbrauches in den städtischen Gebäuden und bei der Straßen-Beleuchtung sowie die auf sparsamen Energie-Verbrauch gerichtete Unterweisung des Personals. Daneben ist eine Solar-Nutzung möglichst vieler Dachflächen zur Erzeugung von Heizungswärme oder elektrischer Energie zu fördern. Die Stadt muss diese Ziele als vordringliche Aufgaben im Rahmen der sparsamen Haus-haltsführung und im Sinne ihres lokalen Beitrages zum globalen Klimaschutz akzeptieren und zur obersten Priorität erheben.