Energie

Bürgersolaranlagen: Ein Weg für Sankt Augustin in Richtung lokaler Klimaschutz und Bürgerbeteiligung

Man kann etwas für die Umwelt tun, in regenerative Energien investieren und gleichzeitig sich als Bürger kommunalpolitisch engagieren! Und man setzt ein Zeichen, das für ein wesentliches Ziel unserer Stadt Sankt Augustin steht, sich in Zukunft eigenständig durch erneuerbare Energien mit Strom versorgen zu können: Durch Beteiligung an Bürgersolaranlagen. Sie sind schon in vielen Städten, nicht nur in NRW, der große Renner.

Dort wurden Photovoltaik-Anlagen auf großen Dächern öffentlicher Gebäude angebracht, also auf Schulgebäuden, Sporthallen, Feuerwehr- oder Rathäusern mit einer Fläche von jeweils zwischen 200 bis 300 Quadratmetern. Sankt Augustin hat mittlerweile im Zuge des „Fahrplans für Klimaschutz“ ein Solardach-Kataster für ungefähr 50 städtische Gebäude erstellt. Nun steht die Verwaltung in Verhandlungen mit Investoren aus der Region, die geeignete städtische „Dächer“ anpachten und mit Solaranlagen versehen sollen, um diese dann den Bürgern als Genossenschafts- oder festverzinsliche Fondsanteile anzubieten.

 

Ein erster Vertrag mit einem Investor für eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude der Grundschule Mülldorf wurde bereits am 29. September 2009 geschlossen, und die Anlage erweist sich als sehr effizient.  Auch dieser Investor soll in den Plan „Bürgersolaranlagen“ eingebunden werden.

Selbst vor dem Hintergrund, dass die staatlichen Zuschüsse gekürzt worden sind, lohnt sich die Bürgeranlage allemal, da nach der Änderung des Energie-Einspeise-Gesetzes die Eigenproduktion mit Strom nicht mehr insgesamt ins Netz gestellt werden muss und dann von den Netzbetreibern vergütet wird, sondern nur der Überschuss an Strom ins Netz geleitet wird.

Dazu wurde mit dem EEG 2009 erstmals eine Vergütung für selbst verbrauchten Strom aus Gebäudeanlagen bis 30 kWp eingeführt (Selbstverbrauchsvergütung, § 33 EEG).

 

Der Selbstnutzer erhält nunmehr 25,01 Cent/kWh (für 2010 installierte Anlagen: 22,76  Cent/kWh), das heißt, seine alternativ zu beziehende Einspeisevergütung wird zwar um 18 Cent/kWh (2010: 16,38 Cent/kWh) gekürzt. Im Ergebnis wird jedoch dem Selbstverbraucher von der gesetzlichen Vergütung ein geringerer Betrag abgezogen als bei einem Strombezug von einem Energieversorgungsunternehmen zu zahlen wäre. Dadurch wollte der Gesetzgeber einen Anreiz für die Eigennutzung schaffen.

Die Rechnung geht zu Gunsten des investierenden Bürgers auf, wie auch für unser Klima und unsere Umwelt.

Machen Sie deshalb mit beim lokalen Klimaschutz , es wird Ihr und unser aller Nutzen sein